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07.04.-14.04.2023 – Entzückendes Bosnien und Herzegowina

Die Einreise über die Grenze bei Knin war sehr unspektakulär. Unsere Pässe wurden kontrolliert und wir mussten nur erklären wir lange wir ca. im Land verweilen wollen. Fertig. 

Nach der Grenze geht es erst einmal ziemlich kurvig den Buckel nuff also den Berg hoch. Und gleich nach der 14. Kurve (vielleicht waren es auch weniger 😁) entdecken wir am Wegesrand einen Brunnen mit fließendem Wasser. Gleich mal mit quietschenden Reifen einen Boxenstopp eingelegt und das Wasser mit unserem „“Wasser-Qualitäts-Messgerät (hat bestimmt einen anderen Namen) die Reinheit des Wassers bestimmt Siehe da 126 ppM – das ist ziemlich gut. Alles unter 350 ist in der Regel trinkbar. Also haben wir gleich mal unsere Trinkwasserbehälter und die Trinkflaschen gefüllt und Benzo weiter hoch gequält. Durch ziemlich beeindruckende Berglandschaften tuckelten wir gemütlich bis zu unserem ersten Ziel – die alten Wassermühlen von Mlincici. Schon weit vor den Wassermühlen führt uns unsere Straße die ganze Zeit am Fluß entlang der eigentlich eine wunderschöne grüne Farbe hat. Eigentlich! Wenn der Müll nicht wäre. Offensichtlich wirft einfach jeder seine Abfälle aus dem Fenster. Was wir nicht alles gesehen haben – Autoreifen, Unmengen am Plastikflaschen, Müllbeutel und so weiter. Richtig Schade!  Trotzdem ist die Landschaft echt schön. 

Was man auch ab und zu noch sieht, sind die rote Warnschilder an möglicherweise verminten Gebieten. Krass, dass erinnert einen immer mal wieder daran, dass vor nicht mal 30 Jahren hier Krieg herrschte. 

Die alten Wassermühlen von Mlincici und der große See sind wunderschön und man kann stundenlang spazieren gehen und sich an der Landschaft erfreuen. 

Weiter ging’s für uns über die E661 bis Busovača – da werden Tonis Schwester Adele und Ihr Mann Elvir ihr Projekt simple life Bosnia starten. Wir haben einen kurzen Abstecher zu ihrem Grundstück gemacht und wollten abends bei den Bosnischen Pyramiden ankommen. 

Wir erreichen spät abends Visoko und konnten auf einem Parkplatz eines Restaurants übernachten. Am nächsten Morgen haben wir die Einfahrt zum Weg zur Mondpyramide entdeckt und sind bis zum ausgeschriebenen Parkplatz gefahren. Geparkt und wie von Zauberhand hatten wir Besuch. Mustafa. Ihm gehört wohl der Parkplatz und er kann uns auch Guiden. Erst waren wir ein bisschen skeptisch aber Mustafa hat so ein sonniges Gemüt und wir haben ihn gleich ins Herz geschlossen. Also gut. Er geht mit uns ein Stück zur Pyramide und zeigt uns den Weg. Zum Glück, wir hätten den Weg so nicht gleich gefunden.

Mustafa ist übrigens 76 Jahre als und läuft den Weg hoch zu den Pyramiden (also ca. zur Hälfte) 3-4 mal am Tag. Wegen der guten Energie, die die Pyramide ausstrahlt. 

Mustafa erzählt uns, dass bereits 1996 – 2005 amerikanische Forscher in Visoko waren die die „Echtheit“ der Pyramiden bestätigten. Mittlerweile gibt es einige Ausgrabungen die ziemlich eindeutig zeigen, dass das Innere der Pyramiden kein natürlicher Ursprung sein kann. Steine, die geschnitten / geschliffen wurden und dazwischen Fugen. Sieht tatsächlich – für unser ungeschultes Auge – sehr menschengemacht aus. Und Mustafa hatte auch mit der Energie recht. Wenn man auf der Pyramide ganz ruhig ist und ein wenig in sich geht, spürt man einen unglaublichen Frieden. 

Als wir uns von Mustafa und den Pyramiden verabschiedet haben, fuhren wir über die Autobahn nach Sarajevo. Wir hatten ja immer noch einen Termin. Tonis jüngerer Sohn hat uns besucht (nicht nur uns, sondern er verbringt auch 3 Tage bei einer Freundin in Siroki Brijeg) und ist am 09.04.2023 in Sarajevo gelandet. 

Als wir am 08.04.2023 in Sarajevo ankamen, haben wir uns gleich die wunderschöne Stadt angeschaut. Besonders sehenswert ist die Altstadt mit ihren kleinen Gassen und den vielen Lädchen und Restaurants. Die Stadt liegt in einem Tal umringt von Bergen. Bei der Besichtigung einiger Stadtteile ist das Hinkommen schon eine kleine Bergwanderung. Die Stadt ist super bunt und sehr lebendig. Aber natürlich hat auch hier der Krieg seine Zeichen hinterlassen. Überall auf den Hügeln finden sich große und nicht übersehbare Friedhöfe. Die Straßen in der City sind für unseren dicken Benzo etwas zu eng, so dass wir auf einem Campingplatz oben auf dem Hügel übernachteten. Dieser hatte eigentlich noch gar nicht geöffnet aber die netten Besitzer haben uns trotzdem übernachten lassen.  Von dort kann man in ca. 20 Minuten die sehr steile Straße direkt in den Altstadt laufen und hat am Abend einen fantastischen Blick auf das Lichtermeer der Stadt. In Sarajevo kann man den lieben langen Tag durch die Stadt schlendern und es wird einem nicht langweilig. Überall gibt es irgendetwas zu entdecken – schöne Kirchen, Moscheen, tolle Stadtteile, Geschäfte, die wunderschöne Bibliothek, zahlreiche kleine Gassen und abertausende Möglichkeiten sich den Bauch vollzuschlagen. 😋

Apropos Essen! Ein must do ist Brot bei der bekannten Bäckerei „Alifacovac“ kaufen. Die Bäckerei besteht eigentlich nur aus einem kleinen Schiebefenster, in das man gebückt die Anzahl der Brote ruft (es gibt nur die eine Sorte (Lepinje oder Sumun genannt) und dann kommt auf wundersame Weise eine Tüte mit warmen, herrlich duftendem Brot aus der kleine Luke. Man muss sich wirklich sehr zusammenreißen um nicht gleich alles aufzufuttern. 

Ein weiteres Muss für alle Fleischliebhaber sind Cevapcici – in Bosnien gibts angeblich die besten der Welt. 

Nachdem wir Tino am Flughafen in Sarajevo aufgelesen haben, wollten wir uns noch das bekannte Tunnelmuseum von Sarajevo anschauen. Hier sieht man wie unter dem Flughafen eine riesiger Tunnel gegraben wurde um die Menschen währen der jahrelangen Belagerung mit Lebensmittels zu versorgen. Danach zog es uns nochmal in die schöne Altstadt bevor wir – vorbei an atemberaubenden Landschaften – nach Siroki Brijeg gekommen sind. 

Nach einem sehr netten Abend und einem schönen Tag in Siroki Briejg zog es uns wieder in die Natur und in den Blidinje Nationalpark. Wir haben einen wunderschönen Platz am Blidinje Jezero (also am See) gefunden – sehr sehr einsam. Hier war keine Menschenseele. 👻

Der Nationalpark ist gewaltig, besteht aus riesigen Bergmassiven, einem traumhaft schönen See und vielen kleinen gewundenen Bergstraßen. In den 3 Tagen die wir im Nationalpark verbracht haben, haben wir zwei mal den See umrundet (ca. 10 km, 2h), viel gelesen, gekocht und gechillt. Irgendwann ist dann aber auch mal wieder gut mit Einsamkeit und wir fuhren zurück nach Siroki Briejg.

Am 13.04.2023 ging es für uns endlich nach Mostar – die größte Stadt der Herzegowina. Bekannt für seine Stari Most – die alte Brücke  – eine rekonstruierte mittelalterliche Bogenbrücke und den bezaubernden kleinen Gassen. Natürlich ist es sehr touristisch und an jeder Ecke kann man Souvenirs, Tücher und „echte“ Designertaschen 😆 kaufen. Um die Stadt und deren Wahrzeichen richtig zu genießen, nimmt man in einem der unzähligen in die Felsen gebauten Restaurants platz und beobachtet bei einem leckeren Essen das Treiben auf der Brücke. Meistens springt irgendein verrückter junger Kerl die 20 Meter von oben ins Wasser. 😲 Das ist ein echtes Spektakel. 

Wer dem Trubel der Stadt entkommen will und etwas Ruhe sucht, der stattet dem Derwisch Kloster im 10 Kilometer entfernten Blagaj einen Besuch ab. Stand auf meiner Besichtigungsliste also alle in den Benzo und ab nach Blagaj. Und ich sags Euch, der Weg hat sich mehr als gelohnt. Das alte Kloster ist aus dem 15. Jahrhundert liegt am Ufer der Buna Quelle (einer Kaarst-Quelle) eingebettet in dramatischen Klippen und ist heute ein Museum für die türkische Wohnkultur. In und rund ums Kloster herrscht eine wunderbar ruhige und entspannte Atmosphäre.  Also wer mal in der Nähe von Mostar ist, unbedingt auch dieses traumhafte Kloster einplanen. 

Am nächsten Tag sind wir bei Posusje über die Grenze nach Kroatien gefahren, natürlich nicht ohne gleich mal an der Grenze gefilzt zu werden. Die Grenzbeamten haben eigentlich nur wissen wollen, ob wir Zigaretten und Alkohol dabei haben. Uiiiiiiiii, ähhhhhh Zigaretten nö und Alkohol naja also so ein paar wenige Weinflaschen halt. Ganz zufrieden waren sie damit nicht und sind mal schön mit Straßenschuhen ins Auto getappt. 🥴😡 Darf man ja nichts sagen. Nachdem sie überall mal reingeschaut haben, waren sie wohl doch zufrieden und wir durften passieren. Gut das der Benzo ein sehr schlaues Schranksystem mit versteckten Ecken hat in dem die Weinkisten perfekt Platz haben. 🤫🤭

Nachdem wir Tino am 14.4. in Split am Flughafen verabschiedet haben, lotsten wir Benzo durch sehr sehr enge Straßen zu unserem nächsten Stop – Trogir. Die Fahrt zu dem Campingplatz am Ende der Stadt ist nervenaufreibend – für mich weil ich leicht panisch die Breite nicht so gut abschätzen kann und für Toni weil er sich von meinen Geräuschen erschreckt. Naja, wir habens auf jeden Fall unfallfrei geschafft und darauf gab es am Abend erstmal ne schöne Flasche Pfälzer. 🥂

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