Ungarn haben wir an der Grenze Schachendorf / Torony geentert und sind dann zur Übernachtung in Sarvar angekommen. Dort gibt es ein riesiges Thermalbad-Hotel mit einem Stellplatz für Wohnmobile. Eigentlich wollten wir dort Einchecken aber der Preis war uns ehrlich gesagt etwas zu hoch (47 € ohne Thermalbad). Dann sind wir kurzerhand ums Eck gefahren und haben einen Parkplatz gefunden. Wir wollten ja am nächsten Morgen gleich weiter. Gesagt, getan. Wir hatten eine ruhige Nacht und sind am 29.01.2023 nach Tata gefahren. Tataaaaa gleich ein Volltreffer. Tata ist wunderschön, liegt an einem großen See – also eigentlich gibt es sogar 2 Seen! – und hat viele nette Restaurants und Bars. Natürlich waren die meisten geschlossen. Wir sind einmal drumrum gelaufen und waren ganz beseelt von den tollen Waldwegen. An der belebten Seeseite gibt es kleine Hotels, Spielplatz für die Kleinen, einen Pump-Track zum Biken (na wer ist da wohl gleich ausgeflippt? 🙋♂️😂) und sogar einen sandartigen Beach. Die Bänke auf denen man sich ausruhen kann, sind mit USB Anschlüssen oder wireless charging ausgestattet. Daraufhin sind wir noch zum zweiten See gefahren, der noch schöner ist. Hier stehen viele Hütten auf Stegen im Wasser. Die kann man mieten. Also ein rundum schöner erster Tag in Ungarn.
Nachdem wir uns Tata ausgiebig angeschaut hatten, wollten wir noch nach Dorog fahren (ich hatte den Geburtsort meiner Oma irgendwie falsch in meinem Hirn gespeichert 🤯). Denn Dorog ist eine wirklich nicht schöne – man könnte auch sagen hässliche – Industriestadt. Kurz zuhause nachgefragt – wir sind im falschen Dorog. Der Geburtstort heisst nämlich Kisdorog. Puhhhh. Ich hatte schon angefangen den Ort irgendwie schön zu reden. Gehört ja schließlich zu meinen Wurzeln. Glück gehabt und weitergefahren. Von Weitem haben wir eine riesige Kathedrale gesehen die wir nicht auf dem Plan hatten aber kurzerhand entschlossen dahin gefahren sind. WOW! Gleich mal mit Benzo vors Tor gefahren 🤭. Hihihi war ja abends. Neben der großen Kathedrale gab es einen ruhigen Parkplatz den wir uns zum Übernachten ausgesucht haben. Bewacht vom Herrgott himself haben wir geschlafen wie Babys.
30.01.2023: wir sind gleich früh in die Kathedrale und haben das mächtige Bauwerk bestaunt. Wirklich imposant. Von dort aus ging es nach Vizegrad zum Donaudelta. Wir haben einen tollen Platz für Benzo direkt an der Donau gefunden und sind hoch zur alten Burg gedackelt. Dort wurde gerade ein Film gedreht mit dem Schauspieler von „the room“ – falls den jemand kennt. Ich nicht. Der Film – ein historischer Film über den Einfall der Mongolen in Ungarn. Leider haben wir den Namen vergessen (the great west oder so? Naja, vielleicht haben wir ja noch einen Geistesblitz und uns fällt es wieder ein. Jedenfalls ist die Burg sehr schön und die Aussicht auf das Donaudelta großartig. Ist wirklich die kleine Wanderung (ca. 1h hoch) wert. Nachdem es dort aber weiter nichts zu sehen gab, sind wir nach Hollokö gefahren. Hollokö gehört zum Weltkulturerbe – also der alte Teil des kleinen Dörfchens. Wir sind im Dunkeln angekommen und haben auf dem schrägen Dorfparkplatz – der irgendwie über dem Ort thront – mutterseelenallein übernachtet. Nachdem es auch noch angefangen hat zu schneien und alles weiß gepudert war, gab es KEINE Geräusche. Das war schon bissl gruselig. Am nächsten Tag haben wir uns den wunderschönen alten Ort angeschaut und sind noch zur Burg hochgewandert. Eigentlich hatte alles geschlossen und wir dachten schon, wir können die Burg gar nicht besichtigen. Doch siehe da, zwei Mädels saßen am Eingang und wir konnten den Eintritt mit Kreditkarte bezahlen. Richtig, richtig schöne Burg mit toller Aussicht auf die umliegenden Hügel.
Dann ging’s für uns weiter in den Bükki Nationalpark. Wir haben in Lillefuered einen schönen Parkplatz gefunden, auf dem wir auch schlafen konnten und haben uns auf darauffolgenden Tag die hängenden Gärten, den Wasserfall, den See und die Grotten angeschaut. Schade, dass es Januar und kalt und verschneit war, denn die Gegend verspricht traumhafte Mountainbike-Trails.
Am Nachmittag waren wir dann wieder on the road mit dem Ziel Tokaj – der bekannteste Weinort Ungarns. Juhuuuu. Wir waren äußerst gespannt. Auf dem Weg nach Tokaj kurz vorm Ort haben wir ein sehr nettes Restaurant entdeckt und sind zum ersten Mal in Ungarn eingekehrt. Es gab klassisch Gulaschsuppe und ein typisches Gericht aus einer Art Nockerln mit Käse – sehr farbneutral und sehr sehr käsig. Aber der Wein war schon mal vielversprechend. Tokaj ist ein richtig schöner Weinort mit vielen Weinstuben und Bars. Im Sommer wahrscheinlich urgemütlich. Im Winter leider etwas verlassen. Der bekannteste Wein ist der …Trommelwirbel… Tokajer. Ein Weißwein der wirklich gut schmeckt. Kommt jetzt nicht unbedingt an so nen Steingrüble oder einem Pfälzer ran aber trotzdem sehr lecker.
Nachdem aber so gut wie alles geschlossen hatte, sind wie in die Puszta gefahren. Puszta die südliche Tiefebene Ungarns. Angekommen in Hortobagy – einem der bekanntesten Orte der Puszta am Abend und einen großen Parkplatz gefunden.
02.02. Aufgewacht in der Puszta, Fenster auf und… wie Sie sehen, sehen Sie nichts 🤣 Meilenweit flaches Land, wunderschöne ebene Landstriche und ein tolles Licht. Wir waren zwei Tage dort in vollkommener Einsamkeit, Ruhe, spazieren gehen und dem Gefühl von Freiheit. Es gibt in der Puszta sehr viele Vogelarten zu bestaunen. Die riesigen Greifvögel sieht man überall und kann sie beim Jagen beobachten. Also wer’s mal ruhig braucht, keine Menschen sehen will und einfach nur ins Weite schauen – Puszta im Februar.
Nach zwei Tagen war dann aber auch mal gut mit Ruhe und wir sind wieder aufgebrochen. Diesmal in den nächsten Weinort – Eger und das Tal der schönen Frauen. Klingt interessant. Schöne Frauen haben wir keine gesehen aber ein Mekka für Weinfreunde gefunden. Das Tal der schönen Frauen ist im Grunde eine Art Park und drum herum, teilweise in Felsen befinden sich in Reih und Glied sehr sehr viele Weingüter mit Weinstuben bei denen man probieren, trinken und kaufen kann. Ok, hier waren wir definitiv richtig. Haben uns ein wenig durchprobiert und in einem typisch ungarischen Lokal gegessen. Sehr lecker, so dass es das Restaurant sogar auf unsere „Taste of Europe“ Liste geschafft hat. Das lag aber auch an den beiden älteren Kellnern, die allerfeinste Kellnerschule genossen haben und zuckersüß waren. Übernachtet haben wir im 5 Kilometer entfernten Södomb auf einem großen Parkplatz. Was wir nicht wussten – nebenan gab’s die einzige Disko weit uns breit mit echt interessanter Musik – Modern Talking hab ich wirklich schon lange nicht mehr gehört. 🤣
04.02.: In Södomb haben wir uns dann noch die dampfenden Thermalwasser angeschaut und sind dann nach Budapest gefahren. Wir kamen am Abend auf einem Stellplatz in Budapest an – über Park4night. Wir haben den Besitzer angerufen und er hat uns Simsalabim per Fernsteuerung das Tor geöffnet. Wäre auch per App gegangen – haben wir aber erst später festgestellt.
05.02.: ab in die City. Unser Stellplatz lag ca. 30 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Also ab in die Skiunterwäsche, dickste Jacke drüber und losmarschiert (jaa, es war sehr kalt). BUDAPEST IST DER HAMMER! Ich würde behaupten, dass es zu den schönsten Städten Europas gehört. Also ganz ganz vorne in der Liste. Die Stadt ist ein einziges Museum. WOW, Hammer, Geil, Imposant, Wunderschön, Irre und man kann auch noch unfassbar gut essen. Ich glaub da braucht’s mal einen eigenen Blogeintrag. Die besten Locations zum essen findet man in unserer „Taste of Europe“ Liste. Wir haben 3 volle Tage hier verbracht, uns alles angeschaut und – dank der Kälte – tatsächlich auch einige Museen besucht. Vor allem das Parlamentsgebäude, welches das dritt größte der Welt ist, hat es uns angetan.
Am Abend des 07.02. haben wir dann Budapest verlassen und wollten nach Bokod fahren – dem Klein-Venedig von Ungarn. Wir kamen abends – es war bereits dunkel – in Bokod an. Auf einem Parkplatz am See wollten wir übernachten. Die Anfahrt dahin war ziemlich abenteuerlich – fiese riesige Schlaglöcher, eng, rechts und links Bäume deren Äste sehr weit in den Weg ragten. Irgendwann hatten wir unseren Weg bis zum „Parkplatz“ gebahnt und empfangen hat uns eine riesiger Schäferhund 😳. Oha!
Also wir geparkt und versucht zu schlafen – der eine gut, die andere nicht. Am nächsten Morgen haben wir dann gefrühstückt und einen Typ gesehen, der von einem der Stege kam. Wir also hin um mal Hallo zu sagen. Zack bumm saßen wir auch schon in Bela’s kleinem Häuschen auf dem See und hatten morgens einen Pâlinka in der Hand (ungarischer Pflaumenschnaps – der harten Sorte). Bela ist ein cooler Typ. Er wohnt in dem Haus auf dem See, war mal im Militär und zeigt den Touristen in den warmen Monaten wie man fischt. Wir haben uns so gut verstanden, dass wir in unserem Benzo Risotto für uns alle gekocht haben und dieses gemeinsam mit Bela auf seinem Steg in der Sonne genossen haben. Google translate sei Dank hatten wir wirklich schöne, tiefsinne und sehr spirituelle Gespräche. Also wenn ihr mal in der Nähe seid – ein Besuch bei Bela in Klein Venedig (Bokod) ist ein echtes Highlight. Wir haben uns dann aber doch losgerissen und sind weiter gefahren nach Lôkût um Bernd, Vicky und Vincent zu besuchen. Die Drei kommen eigentlich aus der Nähe von Stuttgart und haben sich in Ungarn ihren Traum vom Haus und Selbstversorger verwirklicht. Aus einer Nacht wurden 3 und ich habs sogar zum Yoga ins Gemeindehaus geschafft. Eine wirklich tolle Zeit mit wundervollen Menschen. Die beiden haben in ihrem Hof Platz für einen Camper und vermieten auch in absehbarer Zeit Ferienwohnungen. Schaut unbedingt vorbei. Die drei sind sehr herzlich.
Nachdem wir Lôkût verlassen haben, sind wir – natürlich – noch an den Balaton gefahren. Den Balaton kannte ich aus Kindertagen da ich mit meinen Eltern und Großeltern dort schon Urlaub gemacht habe. Wir haben uns Tihany ausgesucht und gleich eine Glücksgriff gehabt. Tihany ist ein super süßer kleiner Ort, der auf einem kleinen Festlandvorsprung liegt und malerisch ein wenig über dem Balaton thront. Ist auf jeden Fall eine Reise bzw. einen Stopp wert.
Am 11.02.2023 haben wir Ungarn wieder verlassen und sind über Slowenien, Österreich und Sexten an den Gardasee gefahren. Warum? Nächster Artikel…