Wir sind nach Spanien am 14.01.2024 eingereist und haben einfach am Abend den ersten Ort angefahren, der irgendwo am Meer liegt. Da man so viel von Einbrüchen in Spanien hört, haben wir erstmal einen Stellplatz angesteuert. Mit vielen anderen „Rentnern“ 😄 Reih an Glied aber ok. Die erste Nacht in Spanien war laut weil der Platz direkt an einer Straße liegt aber am nächsten Morgen und dem kurzen Weg zum Strand waren wir gleich wieder versöhnt. – Sonne, Meer und warmes Wetter. Yessssss, dass war der Plan. Der Ort heisst Roses und ist ganz nett aber nach einem ausgiebigen Strandspaziergang sind wir direkt wieder ins Auto gehüpft und weiter gen Süden. Unser Ziel ist ja eigentlich Marokko. Da wir Barcelona vor ein paar Jahren schon mal ausgiebig besuchten, haben wir das links liegen gelassen und sind auf dem Weg Richtung Ebro Delta (da kann man wohl auf dem Strand fahren, also so eine Art Sandkasten für Erwachsene Allrad-Fahrer) in Tarragona zwischengelandet. Wir fahren nicht so gerne abends und kommen auch gerne an einem neuen Ort im Hellen an um uns ein schönes Schlafplätzchen zu suchen. Das haben wir dort auch gefunden. An einem langen Strandabschnitt auf einem relativ verlassenen Parkplatz konnten wir Django abstellen und sind dann… Überraschung … an den Strand gegangen. Wieder ein sehr langer ausgiebiger Strandspaziergang stand auf dem Programm. Tut das gut, sach ich Euch.
Die Nacht war sehr ruhig und am nächsten Morgen war der Spaghetti schon ganz hibbelig und wollte weiter. Wir wissen warum. Next Stop: Ebro Delta – das Schwemmlandgebiet im Bereich der Mündung des Flusses Ebro. Auf den ersten Blick einfach viel plattes Land, auf den zweiten Blick ziemlich cool. Wir sind in den südlichen Teil gefahren und juhuuuu haben die riesige Sandlandzunge (falls es das Wort gibt) gefunden, auf der man im Sand eine ewig lange Piste heizen darf. Rechts und links nur Wasser und Flamingos. Richtig nice. Das haben wir – also einer von uns – dann auch ausgiebig getestet. Unser Django sah nach einer Stunde aus wie Sau aber hat schon richtig gefetzt. Nach lecker Mittagessen und einem langen Strandspaziergang (klingt wie bei alten Leuten hier 🤭) sind wir dann auf den 4 km entfernten Stellplatz zum Übernachten gefahren. Auf der Sandlandzunge darf man nicht übernachten da Naturschutzgebiet.
Nach einem Tag Sandeln ging es dann weiter. Unser nächstes Ziel: Valencia – da waren wir noch nicht und das stand auf der To See Liste. Es gibt ehrlich gesagt in den Städten recht wenige Stell- und Campingplätze und wir wollten das Auto auch nicht irgendwo hin parken. Man weiss ja nie. Also sind wir den einzigen Stellplatz in (eher an) Valencia angefahren und siehe da: voll. Puhhh also zu dieser Jahreszeit ist Spanien und besonders Andalusien richtig gut gefüllt. Viele deutsche (Rentner), viele Franzosen, noch mehr Holländer und echt viele Engländer überwintern in Spanien wegen des tollen Klimas. Kann ich gut verstehen. Na jedenfalls musste ein Platz her und da vor dem Stellplatz auf der Straße schon ein paar Camper standen, haben wir uns kurzerhand dazugestellt. Kralle ans Auto und ab in die City. Boahh Valencia ist richtig schön. Wir sind ja große Barcelona-Fans aber Valencia hat auch richtig viel zu bieten. Tolle Gebäude, Kirchen, kleine Plätze mit Tapas Bars, süße Stadtteile mit kleinen Lädchen. Richtig nett hier. Wir haben den ganzen Tag mit Bummeln durch die Stadt verbracht und sind dann zum Ausruhen in einer netten Tapas Bar gelandet 😜. „Dos Copas de Vino tinto y tapas por favor“ – der wichtigste Überlebenssatz in Spanien.
Nach Stadt kommt… na was wohl. Es ist mal wieder Zeit für einen Strandspaziergang. Den haben wir dann auch gemacht – eine halbe Stunde südlich von Valencia in einem kleinen Ferienort. Dort haben wir über die App „Park4night“ einen Parkplatz gefunden, auf dem wir die Nacht verbringen konnten. Die Campingplätze an der Küste sind um dieses Jahreszeit – wie schon erwähnt – eh bumsvoll und wir sind gerne irgendwo in der Wallapampa. Nicht immer aber die sehr arg geordneten Parzellen-Campingplätze sind nicht so unser Ding. Da baut der eine oder andere Camper schon mal seinen Vorgarten mit Rollrasen und Gartenzwergen auf. 🤡 Die Campingplätze sind voll aber die Ferienorte mit Hotels und Ferienwohnungen sind um die Jahreszeit relativ leer und da findet man in der Off-Saison tolle Plätze zum Übernachten. Auf unserm Weg nach Marokko haben wir uns in Spanien ein paar Highlights rausgesucht, die wir gerne anschauen und besichtigen wollen. Darunter Granada mit der Alhambra, die Gorafe- sowie die Tabernas Wüste. Als Nächstes sollte es genau dahin gehen – also ins Landesinnere und weg vom Meer 😧. Aber vorher wollen wir uns noch Alicante anschauen – soll wohl auch ganz schön sein. Also auf nach Alicante. Einen Parkplatz in der Stadt findet man in Hafennähe am Busbahnhof. Sehr praktisch um die Stadt zu besichtigen und bewacht. Und wie das bei uns gegen Mittag (spanisches Mittag wohlgemerkt – also 14 Uhr) so ist, schleicht sich ein Hunger ein der sich bei dem einen oder anderen schnell auf die Laune schlägt. Nach einem Rundgang durch die Altstadt (die wirklich überraschend hübsch ist) und vielen Restaurants sind wir überfordert in einem italienischen Pizzaladen gelandet. Die Pizza dort gehört zu den 50 besten in Europa (wir kennen ja schon Franko’s Pizza in Zagreb und Mr. Pizza aka Bruno in Dortmund). Und wer hätte es gedacht, auch die Spanier (es waren natürlich Neapolitaner) können hervorragende Pizza. Lecker! Mit vollem Bauch haben wir uns dann den Rest der Stadt angeschaut – wusste ja keiner dass man dazu eine Wanderung mit 200 Höhenmetern machen muss. Alicante hat ein wunderschönes kleines Stadtviertel namens El Barrio und durch das schlendert (hiked) man wenn man die Burg besucht. Also Alicante hat uns wirklich gut gefallen, vor allem haben wir nichts erwartet und wurden sehr positiv überrascht.
Also bisher finden wir Spanien richtig schön. Tolle Strände, schöne Städte, gutes Essen und mega Klima. We like! Aber eigentlich waren wir auf dem Weg nach Granada und da gehts jetzt auch hin.
Da wir uns Murcia und Cartagena auch schon vor ein paar Jahren angeschaut haben, sind wir nach Alicante scharf rechts ins Hinterland abgebogen und da war erstmal nichts. Außer Palmenpflanzen. Viele Palmenpflanzen. Das sind dann die, die zum Beispiel in der Pfalz am Pool stehen. 😅 Die werden da scheinbar gezüchtet. Und nach den Palmenpflanzenplantagen sieht man dann Berge und kahles Land. Aber wunderschön. Bis Granada schaffen wir es nicht im Hellen also suchen wir uns einen Schlafplatz unterwegs. Bei Baza sind wir fündig geworden und hatten eine ruhige Nacht auf einem großen Parkplatz mit ein paar anderen Campern. Und da wir zufällig bei Baza gelandet sind, haben wir uns auch gleich mal die Höhlenwohnungen angesehen. Ganz viele Menschen leben in Wohnungen die in Höhlen gebaut wurden. Das ist im Sommer natürlich schön kühl und schaut auch cool aus. Vor allem in Orten in denen alle weiß angestrichen werden. Richtig cool. In Guadix gibt es 2000 von solchen Wohnungen. Also aus Versehen was richtig cooles entdeckt.
Dann ging es weiter nach Granada. Durch eine etwas schlechte Planung meinerseits sind wir auf dem Weg nach Granada an der Gorafe Wüste vorbei gefahren. Da müssen wir dann wieder zurück. Aber ich hatte die Karten für die Alhambra schon gebucht und ich hatte die Gorafe irgendwie irgendwoanders verortet 🤯. Kann ja mal passieren bei den vielen Terminen und Todos 😂. In Granada gibt es mal wieder kaum Stellplätze. Entweder man schläft auf dem Parkplatz der Alhambra für schlappe ca 50€ am Tag oder man nimmt den Stellplatz etwas außerhalb der Stadt. Mit einem Schwaben an Bord fällt die Entscheidung sehr leicht. Wir nehmen den günstigen außerhalb weil für das übrige Geld können wir Essen gehen. Recht hat er. Und das haben wir dann auch gleich gemacht denn direkt neben dem Stellplatz ist ein Restaurant in dem wir den letzten freien Platz gefunden haben. Alles Spanier die am Wochenende mit der Familie essen. Mega lecker. Unsere Bestellung mit „dos coppas de vino tinto“ hat nicht geklappt denn der Kellner hat uns eine botella de vino tinto hingestellt. Vale! 🍾🤷♀️ 🤷♂️ Dass mit der Stadt hat sich für heute auch erledigt. Dann halt morgen. Wir haben ja Zeit.
Am nächsten Morgen sind wir dann nach Granada aufgebrochen. Eigentlich fährt ein Bus aber man kann die 5 km auch laufen. Gibt überall Gehwege (das ist zum Beispiel in Italien nicht üblich da dort keiner geht 😄). Granada ist der absolute Hammer. Die Stadt hat so viele tolle kleine Gassen, Cafés, Restaurants, Kirchen so dass man einfach nur den ganzen Tag schlendern und staunen kann. Und über der Stadt thront die Alhambra. Die wir uns erst morgen anschauen. Dafür haben wir besagte Tickets schon online vorgebucht. Nach einem sightseeing Tag sind wir den ganzen langen Weg wieder zu Django gedackelt und haben felsenfest geschlafen. Am nächsten Tag ging’s den gleichen Weg wieder in die City nur das wir diesmal eine kleine Gasse abgebogen und dann den schönen steinigen Weg zur Alhambra aufgestiegen sind. WAHNSINN. Das hat sich wirklich gelohnt. Die Alhambra – seit 1984 Weltkulturerbe – gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst. Und was uns echt überrascht hat: die Alhambra ist eine der meist besuchten Touristenattraktionen Europas. Wir haben 5 Stunden hier verbracht – davon bestimmt eine im Nasridpalast. Mit viel Hunger sind wir dann in angeblich die beste Tapasbar Granadas gestolpert und haben uns erst einmal gestärkt. Ins Gespräch sind wir gleich mit unserem Tischnachbarn Mauro gekommen – einem Italiener 😂 Am nächsten Tag – das ist jetzt der 22.01.2024 – haben wir dann noch den wunderschönen maurischen Stadtteil Albaicin besucht. Mit seinen süßen weißen Gebäuden und kleinen Gassen hoch auf dem Hügel über der Stadt wird man ganz verzaubert. Nach drei Tagen haben wir uns von Granada losgerissen. Es war absolut großartig hier.
Jetzt gehts endlich in die Gorafe Wüste. Eine Steinwüste im Hinterland von Granada. Wir haben den Tipp von Karin und Stefan bekommen, mit denen wir letztes Jahr in Kroatien einen super schönen Abend hatten. Liebe Grüße an der Stelle. 🙋♀️🙋🏻♂️ Nach ein bisschen Recherche war schnell klar das wir da nicht nur chillen und wandern sondern auch Toni und Django kommen voll auf ihre Kosten. Denn es gibt einen 24 km langen Offroad-Track. 😳😳😳 Schon die Fahrt zur Gorafe ist einfach nur wunderschön. Bevor man ins Tal in in den Ort fährt, biegt man an einem Parkplatz leicht rechts oder besser gesagt einfach geradeaus auf den Schotter ab. Dann ist man oben auf dem Plateau und fährt am Rim (also den Klippen) weiter. Die Gorafe ist an der Stelle wie ein Canyon in vielen schönen Erdfarben. Man kann den Weg bis ganz nach hinten düsen und am kompletten Weg stehen bleiben und schlafen. Das ist erlaubt. Ganz am Ende stehen natürlich die meisten Fahrzeuge weil von dort die Aussicht grandios ist (hier beginnt auch der offroad-track) aber weiter vorne ist es einfach ruhiger und man ist alleine. Wir haben uns einen tollen Platz gesucht und waren einfach nur happy. Outdoor Küche ausgeklappt, Weinchen und chillen.
Am darauffolgenden Tag sind wir dann den offroad Track erstmal mit dem Bike gegen den Uhrzeigersinn gefahren (man kann den Track in beide Richtungen fahren). Das hat richtig Spaß gemacht aber mit dem Camper. Puhhhh das wird ja was morgen. Da hab ich ja jetzt schon die Hose voll. Aber wir wollen ja raus aus unserer Komfortzone und so haben wir am nächsten Tag alles festgezurrt und ab geht die wilde Fahrt. Und die ist sowas von wild. Zuerst ging es relativ harmlos auf schmalen Schotterwegen los, dann kamen die ausgewaschenen Wege mit sehr tiefen Spurrillen und großen Löchern, dann ging es den Berg ins Tal runter auf krass schmalen Schotterwegen mit vielen engen Kurven. Das war heftig. Unten angekommen führen dann schmale Sandwege durchs Tal bis dann… man denkt es sich schon – ein echt heftiger Anstieg mit Spurrillen, riesigen Löchern und natürlich engen Kurven folgt. Erstmal ablaufen und gucken wie man da überhaupt auf 4 Rädern hochkommt. Also meiner bescheidenen Meinung nach geht das eigentlich nicht wirklich aber bestückt mit unseren Funkgeräten habe ich Toni und Django hoch gelotst. Yeahhhh wir haben es geschafft. Alles was dann noch kommt, ist machbar. Trotzdem freuten wir uns nach 4 Stunden Fahrt auf festen Boden unter den Schlappen und auf unser chilliges Plätzchen. Erstmal Außendusche (ist ja kein anderer da 🤭) dann Pasta 🍝 und alles Revue passieren lassen. Wir sind sehr stolz, dass wir den Mut hatten es durchzuziehen. Es ist immer einfacher Ausreden zu finden, warum etwas nicht geht aber Herr Dispenza würde sagen „when it’s the hardest matters the most“. Recht hat er. Jetzt fühlen wir uns auch für Marokko gewappnet. Aber weil es so schön hier ist, bleiben wir einfach noch einen Tag.
Irgendwann geht im Camper das Wasser leer und die Essensvorräte schrumpfen, so auch jetzt. Schweren Herzens reißen wir uns von diesem magischen Ort los und ziehen weiter. Gibt ja zum Glück noch eine weitere Wüste. Also ab in die Tabernas. Ca. eine Stunde später sind wir schon da. Ach wir lieben es einfach hier. Man kann inner halb von 1-2 Stunden wirklich alles haben – schönste Strände, Berge, Wüsten, atemberaubende Städte und alles bei herrlichem Klima 😍😍😍
Die Tabernas Wüste ist dafür bekannt, dass im Grunde alle namhaften Western hier gedreht wurden und so findet sich auch in jedem kleinen Ort ein Saloon oder irgendetwas Western-Ähnliches. Auch hier darf man überall offraod fahren. Jetzt sind wir ja etwas mutiger und erfahrener also ab von der Straße ins Gelände. Auch das ist hier ziemlich cool. Man fährt durch holprige Wege hinunter in leere Flußbetten und kann darin ewig weit heizen. Das fetzt! Allerdings sind wir uns zum Glück einig, dass wir das ab und zu mal gerne machen aber immer nur den lieben langen Tag Auto fahren ist einfach nicht unser Ding. Auf der Suche nach einem Schlafplatz haben wir dann gelernt, dass man in der Wüste selbst nicht schlafen darf da Naturschutzgebiet. Hat uns die lokale Polizei lieb ermahnt als wir schon dachten den perfekten Platz gefunden haben. Ok, verstehen wir natürlich. Also ab auf einen der kleinen Western- Stellplätze – unserer heißt „Route 66“. Na klar. 😜 Den Tag haben wir ausklingen lassen und am darauffolgenden Tag ging es mit den Bikes durch die Wüste. 28 km durch Solarfelder ins Hinterland, bergauf und kleine Trails bergab. Hat richtig Spaß gemacht. Nur die Hunde, die in manchen Grundstücken wohnen machen einem manchmal etwas Angst. Sind zwar immer hinter einem Zaun aber der eine oder andere würde einen sofort killen wenn er freigelassen wird. 😳😳 Am Stellplatz angekommen und wie es der Zufall so will, ist im Restaurant am Platz Live Musik und BBQ. Alles richtig gemacht. ✌️ Also geduscht und ab zur Western-Party. Das scheint hier in der Gegend Gang und Gebe zu sein denn es kommen viele Einheimische in typischen Outfits – also Westernstiefeln, so Gürtel und natürlich die passenden Autos. Echt cool. Das Essen war geht so aber egal. Wir hatten einen witzigen Nachmittag. Am nächsten Tag verlassen wir die Tabernas Wüste und tuckern gemütlich zum Nationalpark Cabo de Gata. Der Nationalpark ist bekannt für seine schroffen Felsen und die wunderschönen Strände. Der Weg dorthin ist allerdings alles andere als schön denn man fährt kilometerlang durch Plastik City. Hier in der Gegend wird das gesamte Obst und Gemüse für Europa in Gewächshäusern angebaut. Sieht leider gar nicht schön aus und braucht sicherlich auch viel mehr Wasser als das Land eigentlich zu bieten hat. Aber gut, so ist das halt.
In Cabo de Gata sind wir dann auch ein wenig geschockt, denn auf den Parkplätzen stehen bestimmt 100 Camper rum. Eng aneinander. Nach unserer Gorafe Wüste sind wir dahingehend etwas verwöhnt. Wir parken dazwischen und entdecken ein richtig cooles Beachrestaurant. Wir sind eh hungrig und haben richtig Glück denn der Fisch kommt frisch aus dem Meer und schmeckt fantastisch. Der Wein schmeckt auch – kommt aber natürlich nicht direkt aus dem Meer. 😂
So richtig gefällt es uns hier nicht (wir hätten auf die andere Seite fahren sollen) also düsen wir weiter nach Nerja. Stand nicht auf unserem Plan aber nach Málaga ist es noch bissl weit und wir hatten uns dort einen Campingplatz für einen Tag später gebucht weil alles voll und und man den verbuchen muss. Nerja ist eine richtig hübsche weiße Stadt. Von denen – also den weißen Städten – gibt es in Andalusien viele. Man kann stundenlang an der Promenade und am Strand spazieren gehen und auch Tapas Bars und Restaurants hat’s jede Menge. Was uns auffällt: hier sind richtig viele Engländer. Die scheinen hier vermehrt zu überwintern. Wir hatten eine ruhige Nacht auf dem großen Stadtparkplatz des Ortes nahe am Meer und sind dann am nächsten Tag morgens weiter nach Málaga. Endlich. Wir waren vor ein paar Jahren schon mal hier aber hatten Shit Wetter. Wir freuen uns schon richtig auf die Stadt.
Als erstes gehts zu einem Bike Shop da mein Bike einen Platten hat. Angekommen bei Bike Philosophie werden erstmal unsere Bikes bestaunt und dann beschlossen, dass beide Bikes eigentlich mal eine Revision brauchen. Die Preise sind günstig und der Laden sehr professionell also lassen wir kurzerhand die Bikes dort und können sie am nächsten Tag gegen Abend abholen. Unser Campingplatz liegt weit oben über der Stadt. Wir parken Django nahe am Abhang (die Parkplätze sind alle so schräg, dass man fast das Gefühl hat runter zu purzeln). Am nächsten Tag treten wir die einstündige Wanderung runter in die Stadt an. Auf dem Programm steht die Besichtigung der Burg (hab ich unterwegs beschlossen ganz zum Entsetzen meines Ehegatten) und sonst eigentlich nur Schlendern. Nach der Burg tauchen wir in die kleinen Gassen Málagas ein und sind ganz beseelt. Wir mögen diese Stadt. Tapas gab es dann in der Casa Lola – sehr zu empfehlen. Hat’s gleich mal auf die „Taste of Europe“ Liste geschafft. Und wieder hatten wir sehr nette Tischnachbarn. Wieder Italiener. 🤣 Gestärkt sind wir dann ans andere Ende der Stadt gelaufen um unsere Bikes abzuholen mit denen wir dann die 8 km heim fahren wollten (4 davon mit krasser Steigung). Gesagt getan. Mit unseren frisch gemachten Bikes ging’s zurück zu Django auf den Campingplatz.
Eigentlich wollten wir länger bleiben aber der Campingplatz war echt schräg und das ist zum schlafen und kochen nicht so dolle. Ein paar Kilometer südlich von Málaga gehts ins Bikerparadies schlechthin. Dort hat’s super viele Trails, dazu lange Strände und auch Leben. Klingt nach uns. Also ab nach Torremolinos. Auf dem Ortsparkplatz finden wir ein Plätzchen mit einigen anderen Campern. Das ist da erlaubt. Zumindest jetzt in der Nebensaison. Wie das im Sommer hier gehandhabt wird, wissen wir nicht. Gleich mal zu Fuß die Gegend erkundet und für sehr wenig Geld richtig richtig frisches und gutes Obst und Gemüse gekauft. Happy me.
Am darauffolgenden Tag wollten wir zu den Trails. Also losgestrampelt um nach vielen vielen Kilometern zu merken, dass das so nicht klappt. Wir müssen um den riesigen Berg herum fahren. Mist, dass schaffen wir heute nicht mehr. Und wer uns kennt, weiß wo die Laune bei dem einen ist – richtig, im Keller. Ich duck mich mal weg. Tschau Kakao. 🙋♀️
Mit essen wird immer alles besser. Also was gegessen und nochmal losgestampelt. Aber nur in den Nachbarort – der noch viel viel cooler ist- denn da gibt es eine Gondel und da muss es doch auch einen Weg nach oben geben. Zefix. Naja, wir haben keinen Weg gefunden aber die Gondel hat gerade Revision und ist für 2 Monate außer Betrieb. Ufff. Die transportiert einen nämlich direkt ins Bälleparadies. Zuhause angekommen mit Poschmerzen vom Biken haben wir beschlossen am nächsten Tag erstmal wieder ins Hinterland zu düsen. Da gibt es den berühmten Caminito der Rey. Da will ich hin.
Angekommen am Caminito den Rey muss man sich gleich mal einen Schlafplatz suchen weil es da am Morgen schnell voll wird und die meisten parken entlang der eh schon schmalen Straße. Gut, dass es abends war denn da findet man schöne Schlafplätze in der Nähe des Eingangs. Eigentlich muss man die Tickets für den Weg vorbuchen, denn es dürfen natürlich nicht unendlich viele Menschen gleichzeitig auf den schwindligen an die Felsen getakterten Weg. Das haben wir natürlich nicht gemacht. Es gibt bestimmt auch Tickets an der Kasse. Man braucht ein wenig Vertrauen, dass das Universum schon alles richtig macht. Vor Ort gibts es ein wenig Konfusion wo es die Tickets gibt. Ich hab Toni morgens 8 Uhr erstmal mit dem Bike den Berg runter an den falschen Schalter geschickt. Upsi 🤭 Tschuldigung. Dafür bin ich dann die zwei Kilometer zum andren Ticketschalter gelaufen – morgens halb 9. Ich hatte die WhatsApp von Karin zu spät gelesen. Sie hatte mir das auch geschrieben. Na egal. Macht man ja gerne mal – morgens ohne Kaffee. Lange Rede wenig Sinn. Ich hatte zwei Tickets in der Tasche und hab dann bei meiner Ankunft am Django gleich einen leckeren Kaffee bekommen. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging’s los. Der Caminito des Rey galt einst als gefährlichster Wanderweg der Welt bis er 2015 gesichert wurde. Davor sind einige Menschen ums Leben gekommen und ohne die Absicherung hätte ich meinen Spaghetti da auch nie hinbekommen. Die Strecke ist 5 Kilometer lang und führt meist direkt in schwindeleregender Höhe an Felsen entlang. Den Höhepunkt bildet eine schwingende Brücke mit ein paar Drahtseilen rechts und links. Da muss man wirklich schwindelfrei sein. Die eine hat den Weg sehr genossen, der andere war froh als es vorbei war. Aber auch hier. Wir haben es gemacht auch wenn es manchmal etwas Überwindung kostet. Es ist ein absolutes Highlight und sehr cooles Erlebnis.
Vom Caminito des Rey sind wir dann landeinwärts Richtung Antequera gefahren und haben einen perfekten Freistehplatz gefunden. Mitten im Nirgendwo mit Blick auf einen See und auf einen Nationalpark. Wunderschön. Dort haben wir eine der ruhigsten Nächte ever verbracht. Der dazugehörige in 15 km Entfernung gelegene Ort Antequera stand gar nicht auf unserer Liste aber ich hatte ein tolles Lokal entdeckt und wir mussten unser Wasser auffüllen, WC Entsorgen und so Sachen machen. Und wir waren – na was wohl – hungrig. Also Stellplatz gesucht – gibt es in der Stadt für Camper kostenlos inkl. Wasser – und ab ins Städtchen. Und schon wieder so eine tolle Stadt. Das Restaurant hat alles gehalten was es versprochen hat und obendrauf den besten Käsekuchen den ich je gegessen habe. Der Ort an sich ist auch sehr sehenswert mit einer riesigen schönen maurischen Kirche. Etwas außerhalb haben wir dann wieder eine ruhige Nacht verbracht. Unsere Nachbarn kannten wir schon – aus der Tabernas-Wüste. So sieht man such wieder.
Auf meiner Liste steht noch der Nationalpark El Torcal – den steuern wir direkt morgens an. Ca. 14 Kilometer von Antequera finden wir einen super Parkplatz für unseren Django – erstmal Kaffee und Frühstück, Wandersachen an und losmarschiert. Mit seinen außergewöhnlichen Karstformationen gehört der Park zu den beeindruckendsten Landschaften Spaniens – so Google. Na gucken wir uns das mal persönlich an. Und Google hat Recht. Der Park mit seinen Felsen sieht echt abgefahren aus. Man kann eine 2 Stündige Wanderung ab Visitors Canter machen. So die Schilder. Bis zum Visitors Center brauchen wir 30 Minuten. Die zweistündige Wanderung hat sich als einstündiger richtig richtig cooler Trail herausgestellt. Mit bissl kraxeln und weichem Boden und wieder Steine. Ganz mein Geschmack. Nach knapp 2 Stunden sind wir wieder an unserem Django. Duschen und ab nach zurück Torremolinos. Die Bike Trails wollen wir nochmal in Angriff nehmen. Und außerdem mögen wir es da. Sehr.
Zurück in Torremolinos – fühlt sich schon fast wie zuhause an, man kennt die Camper-Nachbarn auf dem Parkplatz, weiß wo es zum Strand geht, wo die Sonne auf- und untergeht, wo es das beste Obst und Gemüse gibt und braucht schon kein Navi mehr. Außerdem gibt es hier eine coole Lavanderia direkt mit Parkplatz. Happy place. Am nächsten Morgen haben wir dann beschlossen, dass ich Toni in den Nachbarort fahre und er dann die Trails alleine fährt. Sonst hätte das logistisch nicht so geklappt. Und das ist auch mal ganz gut wenn jeder seins macht. „24 Stunden, 7 Tage die Woche zusammen sein klappt bei uns zwar erstaunlich gut aber ab und zu mal geht man sich auch auf den Zeiger und dann wirken 2 Stündchen Wunder. Also Toni auf den Trails, ich am Strand. So ein schöner Tag. Am Abend waren wir dann bei Nachbar Mike zum bowlen eingeladen, in seinem Anhänger. What? Natürlich Bowling auf der Xbox. Mike ist echt ne Type. Wohnt in seinem 9 Meter langen Phönix mit zwei zuckersüßen Hunden und hat in seinem Anhänger alles was das Elektroherz höher schlagen lässt – E-Smart, E-Moped, E-Bike, Xbox und was weiss ich noch alles. Ich hatte ein Online-Seminar aber Toni und Mike hatten einen richtig lustigen Abend. Toller Kerl, der Mike. Hier seine Website, falls ihr euch mal selbst ein Bild machen wollt: www.mikes-weltreise.de. Man errät auch sehr schnell Mikes Lieblingsfarbe. ❤️
Wir hatten langsam ein bisschen das Gefühl, dass wir hier an der Costa del Sol hängen bleiben aber Marokko ruft und so sind wir schweren Herzens am nächsten Morgen weiter gen Süden aufgebrochen. In Marbella war ich mal kurz beim Doc – Routinesache und außerdem wollte ich das auch mal testen. Sehr neue und hochmoderne Klinik mit vielen verschiedenen Ärzten – genannt German Clinic. Also man wird im Ausland – zumindest in Spanien – gut versorgt. Danach haben wir uns noch das wunderschöne aber eher luxuriöse Städtchen angeschaut. Es gibt mehr Rolex-Läden als Schuhgeschäfte und auch sehr tolle Restaurants. Eine wirklich hübsche Stadt. Aber wir hatten ja noch ein Ziel bevor wir den Kontinent wechseln – Ronda. Ronda befindet sich ca. 45 km im Hinterland von Marbella. Ronda liegt oberhalb einer tiefen Schlucht (El Tajo) und diese teilt die Neustadt, die ungefähr aus dem 15. Jahrhundert stammt, von der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaf. Eine sehr sehr sehenswerte Stadt. Auch hier lässt es sich prima bummeln, die Kirchen und Plätze bestaunen und tolles Essen genießen. Leider hat es gegen 5 Uhr angefangen zu regnen und wir haben uns in eine – na was wohl – Tapasbar gerettet und ein paar Tapas sowie unsere erste Paella vertilgt. Herrlich. Plus „dos coppas de vino tinto“. 🍷 Leider hat es nicht mehr aufgehört zu regnen und die Nacht war richtig unheimlich. Dauerregen mit heftigsten Windböen. Wir dachten fast, dass Django umkippt. Geschlafen haben wir dementsprechend wenig und der nächste Tag versprach das Gleiche. Deshalb sind wir wieder Richtung Küste. Jetzt ist es soweit. Wir wollten nach Marokko übersetzten. Kurz vor Algeciras entdeckten wir auch gleich einen Ticketschalter für die Fähre – morgen (also 10.02.2024) gäbe es noch Plätze. Vale! Machen wir. Zack bum, gebucht. Uahhhh jetzt heisst es nochmal Wasser auffüllen, entsorgen, Lebensmittel einkaufen, schlafen und am nächsten morgen ab zur Fähre. Yipppiiiiiiiii. Also nächster Text kommt dann aus Afrika. 🤗