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Das das mit unseren händischen Tagebüchern nicht so richtig funzt weil offensichtlich die Schreibhand eingerostet oder schlicht und ergreifend untrainiert ist, führen wir unser Reisetagebuch jetzt online. Unsere wunderschönen Reisetagebücher dienen den Notizen und dann – bei schlechtem Wetter oder langer Weile wird hier alles sauber übertragen. 🤓
Wir haben gemerkt, dass man mit Aufschreiben schon hinterher sein muss bei den vielen Eindrücken, die wir jeden Tag unserer Reise sammeln und vielleicht dem nicht mehr ganz so jugendlichen Alter und der damit verbundenen zunehmenden Vergesslichkeit (mein Hausarzt nennt das Kind kurzerhand beim Namen und sagt immer „Sie sind ja auch kein Kalbfleisch mehr“ 😬) .
In der Karte sieht man welche Orte wir schon besucht haben. Anschließend führen wir hier unser Tagebuch und versuchen unsere Eindrücke und Erlebnisse ganz aktuell zu Papier ähhh zu Text zu verwandeln.
Viel Spaß beim Lesen! Und wir freuen uns natürlich immer über Besuch. 😍
Hier startet unser Tagebuch chronologisch sortiert ab Start. Wem das zu viel gescrolle ist und wer es lieber übersichtlicher mag – hier entlang (im Blog kommt das Neueste zuerst 👆)
21.01.2023 - Start in Lenggries
Warum Lenggries und warum der 21.01.2023 wird sich der interessierte Leser vielleicht fragen. Ganz einfach – meine Cousine hat an diesem Tag in Lenggries – genauer gesagt auf der Florihütte / Brauneck – ihren 50. Geburtstag gefeiert und da durften wir natürlich nicht fehlen. Also haben wir die Wintersachen aus dem hinteren Eck unseres Benzo rausgekramt und sind mit Gondel hoch und etwas planlos zur Hütte gestampft. Natürlich nicht ohne uns mitten im Skigebiet zu verlaufen und poseitig die Piste runterzusehen. Wir hatten einen lustigen Abend mit viel Gesang und Tanzen und sind dann am nächsten Tag gestartet. Unser Benzo hat die Nacht auf dem Parkplatz an der Gondel verbracht.
21.01.-28.01.2023 - alte Brennerstraße bis Graz
Am nächsten Morgen – also eher Mittag ging es dann von Lenggries über den Walchensee und die alte Brennerstraße bis nach Bruneck am Kronplatz. Dort haben wir auf dem Parkplatz der Talstation übernachtet und nach der durchzechten Nacht erst einmal eine Reparaturpizza gebraucht. Am nächsten Tag ging es für uns weiter nach Sexten – unsere Reise beginnen wollten wir mit einem kurzen Glamping Urlaub in Sexten auf dem Caravan Park. Bei viel Schnee, sehr kalten Temperaturen, Schneewanderungen, Sauna und gutem Essen lässt es sich sogar in der Kälte gut aushalten. Unser Stellplatz war die 155 direkt am Bach- und Waldrand.
Am 27.01.2023 sind wir dann aufgebrochen – bessere Temperaturen mussten her und wir wollten auch endlich ein neues Land entdecken. Als erstes hatten wir uns Ungarn ausgesucht. Wir sind von Sexten über Osttirol (wunderschön) bis Villach gefahren und dort haben wir auf dem Parkplatz „Draubodenweg“ kostenlos übernachtet. Villach ist eine sehr hübsche Stadt mit ein paar netten Locations. Zum Frühstück waren wir in der Röstbar (der Laden könnte auch in Italien oder Berlin sein) und hatten einen bzw. zwei sensationelle Cappu’s und Pistazien-Croissants 🫠. Eigentlich wollten wir dann weiter fahren ABER wir hatten einen Pizza-Laden entdeckt und der musste getestet werden. Angeblich echte Pugliesen und eine der besten Pizzen. Aha. Na davon müssen wir uns selbst überzeugen. Und was sollen wir sagen. Göttlich! Also wenn in Villach unbedingt zu Panfocaccia. Beide Locations sind in unserer Taste of Europe Karte markiert.
Weiter ging es Richtung Graz durch Kärnten und die Steiermark. Ehrlich gesagt waren wir nie so richtige AT-Fans doch gerade die Südsteiermark hat uns richtig gut gefallen.
Graz haben wir uns dann natürlich auch angeschaut und auch diese Stadt hat uns überraschend gut gefallen. Graz hat viele schöne Bauten, den Grazer Dom und wenn man die 260 Stufen zum Schlossberg hochsteigt, kann man eine super Aussicht auf die Stadt genießen. Auf dem Schlossberg findet sich dann auch der alte Uhrturm (28 m hoch). Die Tatsache, dass es ursprünglich nur große Zeiger für die Stunde gab und die Minutenzeiger erst später dazu kamen hatte eine Vertauschung der Zeiger zur Folge. Der kleine Zeige der Uhrturmuhr weist also die Minuten und der Große die Stunden. Übernachtet haben wir in Graz auf einem Stellplatz außerhalb der Stadt.
So, aber nun genug von Österreich. Jetzt gehts nach Ungarn.
28.01.-11.02.2023 - Szervusz UngaRN
Ungarn haben wir an der Grenze Schachendorf / Torony geentert und sind dann zur Übernachtung in Sarvar angekommen. Dort gibt es ein riesiges Thermalbad-Hotel mit einem Stellplatz für Wohnmobile. Eigentlich wollten wir dort Einchecken aber der Preis war uns ehrlich gesagt etwas zu hoch (47 € ohne Thermalbad). Dann sind wir kurzerhand ums Eck gefahren und haben einen Parkplatz gefunden. Wir wollten ja am nächsten Morgen gleich weiter. Gesagt, getan. Wir hatten eine ruhige Nacht und sind am 29.01.2023 nach Tata gefahren. Tataaaaa gleich ein Volltreffer. Tata ist wunderschön, liegt an einem großen See – also eigentlich gibt es sogar 2 Seen! – und hat viele nette Restaurants und Bars. Natürlich waren die meisten geschlossen. Wir sind einmal drumrum gelaufen und waren ganz beseelt von den tollen Waldwegen. An der belebten Seeseite gibt es kleine Hotels, Spielplatz für die Kleinen, einen Pump-Track zum Biken (na wer ist da wohl gleich ausgeflippt? 🙋♂️😂) und sogar einen sandartigen Beach. Die Bänke auf denen man sich ausruhen kann, sind mit USB Anschlüssen oder wireless charging ausgestattet. Daraufhin sind wir noch zum zweiten See gefahren, der noch schöner ist. Hier stehen viele Hütten auf Stegen im Wasser. Die kann man mieten. Also ein rundum schöner erster Tag in Ungarn.
Nachdem wir uns Tata ausgiebig angeschaut hatten, wollten wir noch nach Dorog fahren (ich hatte den Geburtsort meiner Oma irgendwie falsch in meinem Hirn gespeichert 🤯). Denn Dorog ist eine wirklich nicht schöne – man könnte auch sagen hässliche – Industriestadt. Kurz zuhause nachgefragt – wir sind im falschen Dorog. Der Geburtstort heisst nämlich Kisdorog. Puhhhh. Ich hatte schon angefangen den Ort irgendwie schön zu reden. Gehört ja schließlich zu meinen Wurzeln. Glück gehabt und weitergefahren. Von Weitem haben wir eine riesige Kathedrale gesehen die wir nicht auf dem Plan hatten aber kurzerhand entschlossen dahin gefahren sind. WOW! Gleich mal mit Benzo vors Tor gefahren 🤭. Hihihi war ja abends. Neben der großen Kathedrale gab es einen ruhigen Parkplatz den wir uns zum Übernachten ausgesucht haben. Bewacht vom Herrgott himself haben wir geschlafen wie Babys.
30.01.2023: wir sind gleich früh in die Kathedrale und haben das mächtige Bauwerk bestaunt. Wirklich imposant. Von dort aus ging es nach Vizegrad zum Donaudelta. Wir haben einen tollen Platz für Benzo direkt an der Donau gefunden und sind hoch zur alten Burg gedackelt. Dort wurde gerade ein Film gedreht mit dem Schauspieler von „the room“ – falls den jemand kennt. Ich nicht. Der Film – ein historischer Film über den Einfall der Mongolen in Ungarn. Leider haben wir den Namen vergessen (the great west oder so? Naja, vielleicht haben wir ja noch einen Geistesblitz und uns fällt es wieder ein. Jedenfalls ist die Burg sehr schön und die Aussicht auf das Donaudelta großartig. Ist wirklich die kleine Wanderung (ca. 1h hoch) wert. Nachdem es dort aber weiter nichts zu sehen gab, sind wir nach Hollokö gefahren. Hollokö gehört zum Weltkulturerbe – also der alte Teil des kleinen Dörfchens. Wir sind im Dunkeln angekommen und haben auf dem schrägen Dorfparkplatz – der irgendwie über dem Ort thront – mutterseelenallein übernachtet. Nachdem es auch noch angefangen hat zu schneien und alles weiß gepudert war, gab es KEINE Geräusche. Das war schon bissl gruselig. Am nächsten Tag haben wir uns den wunderschönen alten Ort angeschaut und sind noch zur Burg hochgewandert. Eigentlich hatte alles geschlossen und wir dachten schon, wir können die Burg gar nicht besichtigen. Doch siehe da, zwei Mädels saßen am Eingang und wir konnten den Eintritt mit Kreditkarte bezahlen. Richtig, richtig schöne Burg mit toller Aussicht auf die umliegenden Hügel.
Dann ging’s für uns weiter in den Bükki Nationalpark. Wir haben in Lillefuered einen schönen Parkplatz gefunden, auf dem wir auch schlafen konnten und haben uns auf darauffolgenden Tag die hängenden Gärten, den Wasserfall, den See und die Grotten angeschaut. Schade, dass es Januar und kalt und verschneit war, denn die Gegend verspricht traumhafte Mountainbike-Trails.
Am Nachmittag waren wir dann wieder on the road mit dem Ziel Tokaj – der bekannteste Weinort Ungarns. Juhuuuu. Wir waren äußerst gespannt. Auf dem Weg nach Tokaj kurz vorm Ort haben wir ein sehr nettes Restaurant entdeckt und sind zum ersten Mal in Ungarn eingekehrt. Es gab klassisch Gulaschsuppe und ein typisches Gericht aus einer Art Nockerln mit Käse – sehr farbneutral und sehr sehr käsig. Aber der Wein war schon mal vielversprechend. Tokaj ist ein richtig schöner Weinort mit vielen Weinstuben und Bars. Im Sommer wahrscheinlich urgemütlich. Im Winter leider etwas verlassen. Der bekannteste Wein ist der …Trommelwirbel… Tokajer. Ein Weißwein der wirklich gut schmeckt. Kommt jetzt nicht unbedingt an so nen Steingrüble oder einem Pfälzer ran aber trotzdem sehr lecker.
Nachdem aber so gut wie alles geschlossen hatte, sind wie in die Puszta gefahren. Puszta die südliche Tiefebene Ungarns. Angekommen in Hortobagy – einem der bekanntesten Orte der Puszta am Abend und einen großen Parkplatz gefunden.
02.02. Aufgewacht in der Puszta, Fenster auf und… wie Sie sehen, sehen Sie nichts 🤣 Meilenweit flaches Land, wunderschöne ebene Landstriche und ein tolles Licht. Wir waren zwei Tage dort in vollkommener Einsamkeit, Ruhe, spazieren gehen und dem Gefühl von Freiheit. Es gibt in der Puszta sehr viele Vogelarten zu bestaunen. Die riesigen Greifvögel sieht man überall und kann sie beim Jagen beobachten. Also wer’s mal ruhig braucht, keine Menschen sehen will und einfach nur ins Weite schauen – Puszta im Februar.
Nach zwei Tagen war dann aber auch mal gut mit Ruhe und wir sind wieder aufgebrochen. Diesmal in den nächsten Weinort – Eger und das Tal der schönen Frauen. Klingt interessant. Schöne Frauen haben wir keine gesehen aber ein Mekka für Weinfreunde gefunden. Das Tal der schönen Frauen ist im Grunde eine Art Park und drum herum, teilweise in Felsen befinden sich in Reih und Glied sehr sehr viele Weingüter mit Weinstuben bei denen man probieren, trinken und kaufen kann. Ok, hier waren wir definitiv richtig. Haben uns ein wenig durchprobiert und in einem typisch ungarischen Lokal gegessen. Sehr lecker, so dass es das Restaurant sogar auf unsere „Taste of Europe“ Liste geschafft hat. Das lag aber auch an den beiden älteren Kellnern, die allerfeinste Kellnerschule genossen haben und zuckersüß waren. Übernachtet haben wir im 5 Kilometer entfernten Södomb auf einem großen Parkplatz. Was wir nicht wussten – nebenan gab’s die einzige Disko weit uns breit mit echt interessanter Musik – Modern Talking hab ich wirklich schon lange nicht mehr gehört. 🤣
04.02.: In Södomb haben wir uns dann noch die dampfenden Thermalwasser angeschaut und sind dann nach Budapest gefahren. Wir kamen am Abend auf einem Stellplatz in Budapest an – über Park4night. Wir haben den Besitzer angerufen und er hat uns Simsalabim per Fernsteuerung das Tor geöffnet. Wäre auch per App gegangen – haben wir aber erst später festgestellt.
05.02.: ab in die City. Unser Stellplatz lag ca. 30 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Also ab in die Skiunterwäsche, dickste Jacke drüber und losmarschiert (jaa, es war sehr kalt). BUDAPEST IST DER HAMMER! Ich würde behaupten, dass es zu den schönsten Städten Europas gehört. Also ganz ganz vorne in der Liste. Die Stadt ist ein einziges Museum. WOW, Hammer, Geil, Imposant, Wunderschön, Irre und man kann auch noch unfassbar gut essen. Ich glaub da braucht’s mal einen eigenen Blogeintrag. Die besten Locations zum essen findet man in unserer „Taste of Europe“ Liste. Wir haben 3 volle Tage hier verbracht, uns alles angeschaut und – dank der Kälte – tatsächlich auch einige Museen besucht. Vor allem das Parlamentsgebäude, welches das dritt größte der Welt ist, hat es uns angetan.
Am Abend des 07.02. haben wir dann Budapest verlassen und wollten nach Bokod fahren – dem Klein-Venedig von Ungarn. Wir kamen abends – es war bereits dunkel – in Bokod an. Auf einem Parkplatz am See wollten wir übernachten. Die Anfahrt dahin war ziemlich abenteuerlich – fiese riesige Schlaglöcher, eng, rechts und links Bäume deren Äste sehr weit in den Weg ragten. Irgendwann hatten wir unseren Weg bis zum „Parkplatz“ gebahnt und empfangen hat uns eine riesiger Schäferhund 😳. Oha!
Also wir geparkt und versucht zu schlafen – der eine gut, die andere nicht. Am nächsten Morgen haben wir dann gefrühstückt und einen Typ gesehen, der von einem der Stege kam. Wir also hin um mal Hallo zu sagen. Zack bumm saßen wir auch schon in Bela’s kleinem Häuschen auf dem See und hatten morgens einen Pâlinka in der Hand (ungarischer Pflaumenschnaps – der harten Sorte). Bela ist ein cooler Typ. Er wohnt in dem Haus auf dem See, war mal im Militär und zeigt den Touristen in den warmen Monaten wie man fischt. Wir haben uns so gut verstanden, dass wir in unserem Benzo Risotto für uns alle gekocht haben und dieses gemeinsam mit Bela auf seinem Steg in der Sonne genossen haben. Google translate sei Dank hatten wir wirklich schöne, tiefsinne und sehr spirituelle Gespräche. Also wenn ihr mal in der Nähe seid – ein Besuch bei Bela in Klein Venedig (Bokod) ist ein echtes Highlight. Wir haben uns dann aber doch losgerissen und sind weiter gefahren nach Lôkût um Bernd, Vicky und Vincent zu besuchen. Die Drei kommen eigentlich aus der Nähe von Stuttgart und haben sich in Ungarn ihren Traum vom Haus und Selbstversorger verwirklicht. Aus einer Nacht wurden 3 und ich habs sogar zum Yoga ins Gemeindehaus geschafft. Eine wirklich tolle Zeit mit wundervollen Menschen. Die beiden haben in ihrem Hof Platz für einen Camper und vermieten auch in absehbarer Zeit Ferienwohnungen. Schaut unbedingt vorbei. Die drei sind sehr herzlich.
Nachdem wir Lôkût verlassen haben, sind wir – natürlich – noch an den Balaton gefahren. Den Balaton kannte ich aus Kindertagen da ich mit meinen Eltern und Großeltern dort schon Urlaub gemacht habe. Wir haben uns Tihany ausgesucht und gleich eine Glücksgriff gehabt. Tihany ist ein super süßer kleiner Ort, der auf einem kleinen Festlandvorsprung liegt und malerisch ein wenig über dem Balaton thront. Ist auf jeden Fall eine Reise bzw. einen Stopp wert.
Am 11.02.2023 haben wir Ungarn wieder verlassen und sind über Slowenien, Österreich und Sexten an den Gardasee gefahren. Warum? Nächster Artikel…
11.02.2023 - Und nochmal von vorne...
Am 20.01.2023 sind wir gestartet. Am 02.02.2023 ist eine Art Wunder passiert. Nach 1,5 Jahren Beantragung ist bei meinen Eltern (unsere Post landet jetzt in Thüringen) ein Brief vom italienischen Konsulat mit Tonis Ehefähigkeitszeugnis eingetrudelt. Warum das so lange gedauert hat und was überhaupt dazu nötig ist es zu bekommen, würde den Rahmen hier sprengen. Dieses Blatt Papier jedenfalls ist ab dem Zeitpunkt genau 6 Monate gültig und man braucht es zum Heiraten.
Pläne sind da um sie zu verwerfen. Also nix mit „wir fahren Richtung Süden der Sonne entgegen“. Wir hatten also FAST alle Dokumente beisammen. Es fehlt nur noch Tonis Geburtsurkunde. Wir hatten schon eine, aber die ist ja auch nur 6 Monate gültig. Kann ja sein, dass sich am Geburtstag oder Ort was ändert. Hääää? Egal, man muss ja nicht alles verstehen.
Also am 12.02.2023 von Ungarn über Slowenien (eine Übernachtung in Maribor) und Österreich (eine Übernachtung in Villach um nochmal so ’ne geile Pizza in bei Panperfocaccia zu essen) nach Italien. Kurzer Zwischenstopp in Sexten um die liebe Fleur zu ihrem Geburtstag zu überraschen, dann an den Gardasee (kann man ja nicht einfach vorbei fahren) weiter südlich.
14.02.-08.03.2023 - Italien ist ja immer einen Umweg wert
Am 14.02.2023 sind wir dann nach Torbole am Gardasee gefahren und weil wir ein wenig erkältet waren gleich mal 5 Tage geblieben. Es ist einfach immer schön und entspannt dort. Zu unserem Entsetzen mussten wir feststellen, dass eines unserer Lieblingsrestaurant geschlossen hat. Das war ein Schock denn hier gab es immer die beste Trota. Dafür haben wir zum ersten mal am legendären Spaghettifest teilgenommen. Die Spaghettis werden mit Fisch gemacht und sind den ganzen Tag kostenlos. Dazu gibts Wein und Musik. Da sam’mer dabei.
Vom Gardasee weiter in Richtung Süden haben wir einen kleinen Boxenstopp im Mantova Outlet eingelegt und auch auf dem Parkplatz übernachtet. Da ich immer noch nicht in Bologna war, haben wir auch direkt mal diese Stadt besichtigt. Bologna ist schön mit tollen Gebäuden aber hektisch. Es gibt super viele junge Leute und jede Menge Restaurants. Weiter ging’s am Abend nach Dozza – einer kleinen Künstlerstadt im Hinterland. Auf dem Platz thront eine große Burg und jedes Haus ist mit einem künstlerischen Bild verziert. Wirklich sehr süß. Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz im Ort. Unsere nächste Station war ein Weingut im Hinterland von Pesaro – Family Farm Gobbi in Longiano. Das haben wir ganz spontan bei Park4night gefunden und uns eine Nacht einquartiert. Wir wurden fürstlich bekocht, es gab hervorragenden selbstgebrauten Wein und Schnaps und am nächsten Morgen wurde ordentlich Proviant mitgenommen. Die 5,5 Tonnen müssen ausgereizt werden. 😆
Danach ging es nach Fano. Einer meiner Lieblingsorte am Meer in den Marken. Fano hat eine tolle Altstadt und einen sehr schönen Strand. Hier haben wir 3 Tage verbracht und uns dann mit Tonis Schwester und Schwager getroffen um deren jüngere Schwester und Mama in Acqualagna – dem bekannten Trüffelort – zu überraschen. Das ist uns aber perfekt gelungen. Wir haben dann alle zusammen in Sandra’s Sushi Restaurant gegessen. Also wer mal in den Marken ist und Bock auf Sushi hat – unbedingt bei Sandra vorbeischauen. Sushic in Acqualagna. 🍣 Fast die ganze Woche die wir bei Tonis Familie verbracht haben, hat es geregnet und was macht man bei Regen in Italien? Genau, Essen. Und Morretta trinken – das ist sooooo lecker (Morretta die Fano (Likör), dann einen Espresso reinlaufen lassen und dann ein Stück Zitronenschale rein. Man nimmt erst die Zitronenschale in den Mund und trinkt dann den Rest).
Und wenn man schon mal so organisatorische Dinge macht wie Geburtsurkunden beantragen, kann man auch gleich mal unseren Benzo zur Durchsicht bringen, Haben wir dann auch in Viterbo gemacht. Super Service und wir haben dort auch Tonis Freund Michele aus Rom endlich mal wieder getroffen.
Auf dem Rückweg nach Acqualagna übernachteten wir in Gubbio – einer unfassbaren schönen in einen Hang gebauten Stadt. Dort gibt es auch einen schönen Stellplatz auf dem wir übernachtet haben und eine sensationelle Pizzeria. ➡️ Taste of Europe
Angekommen in Acqualagna bei Tonis Familie – yeah die Geburtsurkunde ist auch da. Soderle. Dann braucht’s ja nur noch einen Termin im Standesamt und wir müssen mal schlappe 1.100 km Richtung Norden düsen. Puhhh also erstmal zum Comer See als Zwischenstopp und dann gehts langsam weiter.
10.03.2023 - Zack Bumm Verheiratet
Vom Comer See ging’s direkt nach Stuttgart – Zwischenstopp Breuninger zum Kleid kaufen und weiter über Karlsruhe nach Greiz. Formalitäten erledigt und zack waren wir am 10.03.2023 um 11:30 Uhr Mann und Frau. Obwohl eine standesamtliche Trauung zu Zweit ein ziemlich bürokratischer Akt mit jeglicher Abwesenheit von Romantik ist, hat die Standesbeamtin die halbe Stunde zu einer wirklich ganz Besonderen werden lassen. Danach ging’s mit den Eltern zum Griechen um mit Ouzo und Weißwein anzustoßen. Der Standard liegt uns irgendwie nicht 😆
Als frisch Vermählte (wie das klingt 🤭 ) fuhren wir direkt wieder gen Süden und mit einigen Übernachtungen über München, Grünwald, den Chiemsee nach Österreich. Unser Ziel war – mal wieder Villach. Wegen der Pizza im Panperfocaccia – versteht sich von selbst, oder? Also wer Maut sparen will – so wie wir (weil über 3,5 Tonnen braucht man in Österreich die Go-Box und die haben wir uns mal gekonnt verkniffen) – der fährt von der A8 Richtung Salzburg gleich an der Österreichischen Grenze ab und fährt Überland. Der Weg führt durch’s coole Skigebiet Obertauern und dann über den Loiblpass auf 1368m nach Slowenien. Die Landschaft ist atemberaubend sag ich Euch!
16.03.-07.04.2023 - wunderschönes Kroatien
Slowenien haben wir uns schon vor ein paar Jahren angeschaut und daher sind wir gleich bis Kroatien gedüst. Istrien kennen wir auch schon ganz gut, sodass unser erstes Ziel am 16.03.2023 die Insel Krk war.
In Kroatien ist Freistehen nicht erlaubt (wir haben dann später festgestellt, dass das außerhalb der Saison nicht so streng ist) deshalb gab’s für uns erstmal nen klassischen – sehr schönen – Campingplatz aus der Valamar Gruppe. Direkt am Wasser mit strahlendem Sonnenschein haben wir’s dann ein paar Tage gut ausgehalten. Auf Krk kann man super wandern und mountainbiken. Wir haben uns eine 28km Tour rausgesucht bei der wir viel von der schönen Insel sehen konnten. Der Campingplatz liegt direkt am Ort in dem es eine hervorragende Osteria ähhh heisst ja in Kroatien Konoba gibt. Fisch direkt aus dem Meer, dazu Mangold mit Kartoffeln (ist so eine typische und super köstliche Beilage) und natürlich Wein aus der Gegend sowie – ihr könnt es euch denken – Schnaps. Gut gelaunt gehts dann abends in Betti. Ach übrigens, das Wasser im Meer ist um diese Zeit noch seeeehr kalt. Ist jetzt keine Überraschung aber ich war trotzdem baden. Ganz kurz.
Am 21.03.2023 haben wir uns wieder auf unsere Schwingsitze im Benzo begeben und sind nach Zagreb geheizt (hahaha natürlich nicht – wir dürfen ja nur 100 km/h fahren). In Zagreb gibt es keinen Stellplatz aber einen Parkplatz am Fluß ca. 30 min von der Stadt entfernt. Dort haben wir unseren Benzo geparkt und sind auf Erkundungstour durch Zagreb aufgebrochen. Tolle Stadt mit vielen schönen Café’s, Restaurants, Park und Gebäuden. Hat uns richtig gut gefallen. Wir haben dann auch auf dem Parkplatz (bzw. ca. 300 meter weiter die Straße runter) geschlafen und sind am nächsten Tag nochmal durch die Stadt geschlendert und dann in eine der am besten bewerteten Pizzerien zum Mittagessen gegangen. Und was soll ich sagen. Volltreffer! In Franko’s Pizzeria – die zu den Top 50 in Europa zählt (siehe Taste of Europe) isst man wirklich wirklich hervorragende Pizzen. Und trinkt guten Wein.
Nachdem wir uns von Zagreb losreißen konnten fuhren wir zu Toni’s Onkel nach Lipovljani – mitten in Kroatien, auf dem Land. Toni hat seinen Onkel Zlatko und seine Tante Branka seit 30 Jahren nicht mehr gesehen. Wir wurden herzlichst begrüßt und göttlich bekocht. Nach 2 Tagen Futterkoma ging’s dann beladen mit selbst hergestellten Köstlichkeiten wie Jeger (selbst gemachter Jägermeister), anderer Schnaps, Wein (abgefüllt in 1,5Liter Cola-Flaschen 🙃, fermentiertem Gemüse, Sarma, Ajvar, Marmeladen, Brot und was weiss ich noch alles weiter in den Nationalpark Plitvicer Seen.
Boahhhh! Wie schön es da ist. Wir kamen gegen Abend den 24.03.2023 an und sind auf einen der vielen Parkplätze gefahren. Dort standen schon 3 Camper. Wir kamen gleich ins Gespräch und konnten dort kostenlos übernachten (weil Nebensaison vermute ich, denn die Parkplätze kosten in der Saison natürlich Geld). Die Wanderungen an den Wasserfällen entlang mit kleiner Bootstour dazwischen sind fantastisch. Die Landschaft ist irre. Wir waren drei Tage da. Am Sonntag – trotz Nebensaison – war es schon ziemlich voll. Ich will mir gar nicht ausmalen wie es im Juni, Juli oder August aussieht. Ich glaube, genießen kann man das mit den vielen Menschen dann nicht mehr so richtig.
Von den Plitvicer Seen fuhren wir auf die Insel Pag. Auch hier haben wir uns einen Campingplatz gebucht. Wir sind auf dem Camping Simuni gelandet. Das ist kein Campingplatz sondern ein Dorf. Rieeeeesig. Eigentlich nicht so unser Ding aber es waren nur wenige Wohnmobile da und wir konnten direkt am Meer parken. Auch hier gibt es einige Mountainbike Touren. Wir haben uns eine 22 km Tour ausgesucht. Wunderschön! Fast jede Tour auf Pag führt über die Road to Hell. Klingt fies – ist es auch. Sieht erstmal gar nicht so schlimm aus aber wenn man die 15% Steigung mal in Angriff genommen hat, scheint der Berg kein Ende zu nehmen. Egal, geschafft und man wird mit einer Talfahrt belohnt. Nur um dann nach 2 Kilometern wieder 12% hoch zu strampeln. Puhhhh aber geil.
Die Stadt Pag ist auch einen Ausflug wert. Richtig schöne kleine alte Stadt mit einem besonders schönen Stadtstrand. Leider ist im März tote Hose.
Am 29.03.2023 ging’s wieder weiter. Diesmal nach Zadar. Wir haben auf einem Stellplatz in der Stadt übernachtet – es gäbe auch ein paar große Parkplätze auf denen es wohl auch mit dem Schlafen klappt aber die sind alle recht laut. Zadar hat eine wunder-wunderschöne Altstadt durch die man den lieben langen Tag schlendern, Eis essen, Kaffee trinken und Essen gehen kann. Während wir durch Zadar schlenderten trudelte eine WhatsApp mit einem Tipp ein. Ihr müsst unbedingt auf die Insel Dugi (dugi otok – lange Insel). Angeblich die schönste Insel Kroatiens. Kurz überlegt und am nächsten Tag 12 Uhr die Fährt auf die Insel Dugi genommen. Nach 1h40min legten wir in Brbinj mit Hunger an. Nicht gut. Hunger ist bei uns Beiden gar nicht gut. Auf der Suche nach einer offenen Konoba – auch Dugi otok ist im März noch im Winterschlaf – sind wir schließlich in Zaglav fündig geworden. In der Konoba Roko wurden uns frisch gegrillte Calamari serviert. Und natürlich gab es Schnaps. Weiter ging es in den „größten Ort“ der Insel – Sali. Sehr hübsch aber wie leer gefegt.
Weiter zum Nationalpark im Süden der Insel und siehe da ein schöner Parkplatz – völlig verlassen und perfekt zum Schlafen. Bevor wir ins Bett gegangen sind haben wir uns durch die Dachluke die Sterne angeschaut und den Geräuschen der Nacht gelauscht. Es war eine gruselige aber auch schöne Totenstille.
Am nächsten Morgen sind wir dann zu einer Wanderung in den Nationalpark mit dem Ziel See aufgebrochen. Am Eingang stand ein Schild mit den Tieren des Parks, unter anderem Schlangen, Vögel etc.. Alles klar. Irgendwie hat es schon immer mal im Gebüsch geraschelt aber das tut es nun mal in der Natur. Nach einigen Kilometern haben wir dann das erste mal gesehen, was da so raschelt. Da schlängeln sich die dicken braunen Schlangen ins Gebüsch. Ja, richtig gehört. Davon haben wir so ca. 9 gesehen. Eine hat sich sogar aufgebäumt weil sie scheinbar nicht wusste wohin sie fliehen sollte und ein weiteres prächtiges Exemplar lag da seelenruhig neben dem Weg. Also ich war froh als wir durch den Wald wieder am breiten Weg zum Parkplatz angelangt waren. 🫣
Am Abend ging’s dann in den Norden der Insel. Ziel: ein türkisfarbener Sandstrand. Wir haben Benzo ganz schön durchs Gebüsch gejagt und haben ihn dann auch gefunden – den Strand. Türkisfarben ja, Sand ja aber leider sehr sehr viel Müll. Ich nehme an das wird erst aufgeräumt wenn die Saison beginnt. Schade. Egal, weiter gehts zum Leuchtturm der Insel bei dem wir dann auch einen Schlafplatz direkt auf dem Parkplatz davor und dem Meer gefunden haben. Dugi Otok ist wirklich bezaubernd, abwechslungsreich und sehr relaxed.
Nach drei Tagen haben wir wieder die Fähre nach Zadar genommen und sind zum nächsten Ziel – Bibinje / Sukosan gedüst. Auch der Jahreszeit geschuldet konnten wir auch hier auf einem Parkplatz direkt am Meer in der Marina freistehen und haben zwei Tage das Meer genossen – aber das Wasser ist immer noch zu kalt. Ich hab’s wieder getestet. 👆
Am 03.04. fuhren wir dann weiter und haben uns Biograd na Moru angeschaut. Dann sind wir auf einem Weingut in Dubrava kod Tisna gelandet. Es war sooo stürmisch, dass wir uns ein geschütztes Plätzchen suchen mussten. Unseren Benzo hat’s ganz schön durchgeschüttelt. Das Weingut Banovi Dvori (www.banovidvori.hr) hat einen super schönen Campingplatz auf dem man zwischen Olivenbäumen parkt, guten Wein, hervorragendes Olivenöl und es gibt im Restaurant nur die Spezialität Peka zu essen (Rindfleisch mit Kartoffeln und Karotten über dem offenen Feuern einer großen Pfanne gebraten). Am gleichen Abend parkte neben uns ein sehr nettes Paar aus Stuttgart mit denen wir dann einen wunderschönen Abend mit tollen Gesprächen hatten.
Die Zeit auf dem Campingplatz haben wir gleich mal für Wäsche waschen genutzt – Haushalt muss auch mal gemacht werden. 😜
Als sich der Sturm gelegt hat, sind wir wieder aufgebrochen und der Küste südwärts gefolgt. Auf dem Weg nach Sibenik haben wir Vodice und Srima besichtigt wobei uns Srima besonders gut gefallen hat. Die haben ganz lange Sandstrände. Das ist nicht immer so, denn in Kroatien hat man sehr oft Steine am Strand und dann braucht’s so komisch Schuhe zum ins Wasser gehen. 🤮
Angekommen in Sibenik haben wir uns erstmal bissl in der Stadt mit den kleinen Straßen verfahren und kamen ganz schön auf Grund der Enge der Straße und der Breite unseres Wohnmobils ins Schwitzen. Ende gut, alles gut. Wir haben einen großen Parkplatz gefunden und haben dann direkt die absolut traumhafte Stadt erkundet. Sibenik ist irre schön mit super kleinen Gassen, Kirchen, einer Burg, kleinen Cafés und Restaurants. Richtig süß.
Nach zwei Tagen fuhren wir am 06.04.2023 über Bilice – ein niedliches kleines Fischerdorf – in den Krka Nationalpark. Und wieder einmal hat uns Kroatien umgehauen. Der Nationalpark ist gigantisch schön. Man kann wandern, radeln und einfach sein. Nach einem Tag im Park ging es am Abend nach Knin (da haben wir auf dem Parkplatz des Sportplatzes sehr ruhig geschlafen) kurz vor der Bosnischen Grenze. Wir hatten einen Termin…
Alles in Allem haben wir uns ein bisschen in Kroatien verliebt. Die Landschaft, das saubere klare Meer, tolles Essen und wunderschöne Parks sowie Mountainbike-und Wander-Strecken. Alles, was unser Herz begehrt. 🥰
07.04.2023 – Entzückendes BOSNIEN UND HERZEGOWINA
Die Einreise über die Grenze bei Knin war sehr unspektakulär. Unsere Pässe wurden kontrolliert und wir mussten nur erklären wir lange wir ca. im Land verweilen wollen. Fertig.
Nach der Grenze geht es erst einmal ziemlich kurvig den Buckel nuff also den Berg hoch. Und gleich nach der 14. Kurve (vielleicht waren es auch weniger 😁) entdecken wir am Wegesrand einen Brunnen mit fließendem Wasser. Gleich mal mit quietschenden Reifen einen Boxenstopp eingelegt und das Wasser mit unserem „“Wasser-Qualitäts-Messgerät (hat bestimmt einen anderen Namen) die Reinheit des Wassers bestimmt Siehe da 126 ppM – das ist ziemlich gut. Alles unter 350 ist in der Regel trinkbar. Also haben wir gleich mal unsere Trinkwasserbehälter und die Trinkflaschen gefüllt und Benzo weiter hoch gequält. Durch ziemlich beeindruckende Berglandschaften tuckelten wir gemütlich bis zu unserem ersten Ziel – die alten Wassermühlen von Mlincici. Schon weit vor den Wassermühlen führt uns unsere Straße die ganze Zeit am Fluß entlang der eigentlich eine wunderschöne grüne Farbe hat. Eigentlich! Wenn der Müll nicht wäre. Offensichtlich wirft einfach jeder seine Abfälle aus dem Fenster. Was wir nicht alles gesehen haben – Autoreifen, Unmengen am Plastikflaschen, Müllbeutel und so weiter. Richtig Schade! Trotzdem ist die Landschaft echt schön.
Was man auch ab und zu noch sieht, sind die rote Warnschilder an möglicherweise verminten Gebieten. Krass, dass erinnert einen immer mal wieder daran, dass vor nicht mal 30 Jahren hier Krieg herrschte.
Die alten Wassermühlen von Mlincici und der große See sind wunderschön und man kann stundenlang spazieren gehen und sich an der Landschaft erfreuen.
Weiter ging’s für uns über die E661 bis Busovača – da werden Tonis Schwester Adele und Ihr Mann Elvir ihr Projekt simple life Bosnia starten. Wir haben einen kurzen Abstecher zu ihrem Grundstück gemacht und wollten abends bei den Bosnischen Pyramiden ankommen.
Wir erreichen spät abends Visoko und konnten auf einem Parkplatz eines Restaurants übernachten. Am nächsten Morgen haben wir die Einfahrt zum Weg zur Mondpyramide entdeckt und sind bis zum ausgeschriebenen Parkplatz gefahren. Geparkt und wie von Zauberhand hatten wir Besuch. Mustafa. Ihm gehört wohl der Parkplatz und er kann uns auch Guiden. Erst waren wir ein bisschen skeptisch aber Mustafa hat so ein sonniges Gemüt und wir haben ihn gleich ins Herz geschlossen. Also gut. Er geht mit uns ein Stück zur Pyramide und zeigt uns den Weg. Zum Glück, wir hätten den Weg so nicht gleich gefunden.
Mustafa ist übrigens 76 Jahre als und läuft den Weg hoch zu den Pyramiden (also ca. zur Hälfte) 3-4 mal am Tag. Wegen der guten Energie, die die Pyramide ausstrahlt.
Mustafa erzählt uns, dass bereits 1996 – 2005 amerikanische Forscher in Visoko waren die die „Echtheit“ der Pyramiden bestätigten. Mittlerweile gibt es einige Ausgrabungen die ziemlich eindeutig zeigen, dass das Innere der Pyramiden kein natürlicher Ursprung sein kann. Steine, die geschnitten / geschliffen wurden und dazwischen Fugen. Sieht tatsächlich – für unser ungeschultes Auge – sehr menschengemacht aus. Und Mustafa hatte auch mit der Energie recht. Wenn man auf der Pyramide ganz ruhig ist und ein wenig in sich geht, spürt man einen unglaublichen Frieden.
Als wir uns von Mustafa und den Pyramiden verabschiedet haben, fuhren wir über die Autobahn nach Sarajevo. Wir hatten ja immer noch einen Termin. Tonis jüngerer Sohn hat uns besucht (nicht nur uns, sondern er verbringt auch 3 Tage bei einer Freundin in Siroki Brijeg) und ist am 09.04.2023 in Sarajevo gelandet.
Als wir am 08.04.2023 in Sarajevo ankamen, haben wir uns gleich die wunderschöne Stadt angeschaut. Besonders sehenswert ist die Altstadt mit ihren kleinen Gassen und den vielen Lädchen und Restaurants. Die Stadt liegt in einem Tal umringt von Bergen. Bei der Besichtigung einiger Stadtteile ist das Hinkommen schon eine kleine Bergwanderung. Die Stadt ist super bunt und sehr lebendig. Aber natürlich hat auch hier der Krieg seine Zeichen hinterlassen. Überall auf den Hügeln finden sich große und nicht übersehbare Friedhöfe. Die Straßen in der City sind für unseren dicken Benzo etwas zu eng, so dass wir auf einem Campingplatz oben auf dem Hügel übernachteten. Dieser hatte eigentlich noch gar nicht geöffnet aber die netten Besitzer haben uns trotzdem übernachten lassen. Von dort kann man in ca. 20 Minuten die sehr steile Straße direkt in den Altstadt laufen und hat am Abend einen fantastischen Blick auf das Lichtermeer der Stadt. In Sarajevo kann man den lieben langen Tag durch die Stadt schlendern und es wird einem nicht langweilig. Überall gibt es irgendetwas zu entdecken – schöne Kirchen, Moscheen, tolle Stadtteile, Geschäfte, die wunderschöne Bibliothek, zahlreiche kleine Gassen und abertausende Möglichkeiten sich den Bauch vollzuschlagen. 😋
Apropos Essen! Ein must do ist Brot bei der bekannten Bäckerei „Alifacovac“ kaufen. Die Bäckerei besteht eigentlich nur aus einem kleinen Schiebefenster, in das man gebückt die Anzahl der Brote ruft (es gibt nur die eine Sorte (Lepinje oder Sumun genannt) und dann kommt auf wundersame Weise eine Tüte mit warmen, herrlich duftendem Brot aus der kleine Luke. Man muss sich wirklich sehr zusammenreißen um nicht gleich alles aufzufuttern.
Ein weiteres Muss für alle Fleischliebhaber sind Cevapcici – in Bosnien gibts angeblich die besten der Welt.
Nachdem wir Tino am Flughafen in Sarajevo aufgelesen haben, wollten wir uns noch das bekannte Tunnelmuseum von Sarajevo anschauen. Hier sieht man wie unter dem Flughafen eine riesiger Tunnel gegraben wurde um die Menschen währen der jahrelangen Belagerung mit Lebensmittels zu versorgen. Danach zog es uns nochmal in die schöne Altstadt bevor wir – vorbei an atemberaubenden Landschaften – nach Siroki Brijeg gekommen sind.
Nach einem sehr netten Abend und einem schönen Tag in Siroki Briejg zog es uns wieder in die Natur und in den Blidinje Nationalpark. Wir haben einen wunderschönen Platz am Blidinje Jezero (also am See) gefunden – sehr sehr einsam. Hier war keine Menschenseele. 👻
Der Nationalpark ist gewaltig, besteht aus riesigen Bergmassiven, einem traumhaft schönen See und vielen kleinen gewundenen Bergstraßen. In den 3 Tagen die wir im Nationalpark verbracht haben, haben wir zwei mal den See umrundet (ca. 10 km, 2h), viel gelesen, gekocht und gechillt. Irgendwann ist dann aber auch mal wieder gut mit Einsamkeit und wir fuhren zurück nach Siroki Briejg.
Am 08.04.2023 ging es für uns endlich nach Mostar – die größte Stadt der Herzegowina. Bekannt für seine Stari Most – die alte Brücke – eine rekonstruierte mittelalterliche Bogenbrücke und den bezaubernden kleinen Gassen. Natürlich ist es sehr touristisch und an jeder Ecke kann man Souvenirs, Tücher und „echte“ Designertaschen 😆 kaufen. Um die Stadt und deren Wahrzeichen richtig zu genießen, nimmt man in einem der unzähligen in die Felsen gebauten Restaurants platz und beobachtet bei einem leckeren Essen das Treiben auf der Brücke. Meistens springt irgendein verrückter junger Kerl die 20 Meter von oben ins Wasser. 😲 Das ist ein echtes Spektakel.
Wer dem Trubel der Stadt entkommen will und etwas Ruhe sucht, der stattet dem Derwisch Kloster im 10 Kilometer entfernten Blagaj einen Besuch ab. Stand auf meiner Besichtigungsliste also alle in den Benzo und ab nach Blagaj. Und ich sags Euch, der Weg hat sich mehr als gelohnt. Das alte Kloster ist aus dem 15. Jahrhundert liegt am Ufer der Buna Quelle (einer Kaarst-Quelle) eingebettet in dramatischen Klippen und ist heute ein Museum für die türkische Wohnkultur. In und rund ums Kloster herrscht eine wunderbar ruhige und entspannte Atmosphäre. Also wer mal in der Nähe von Mostar ist, unbedingt auch dieses traumhafte Kloster einplanen.
Am nächsten Tag sind wir bei Posusje über die Grenze nach Kroatien gefahren, natürlich nicht ohne gleich mal an der Grenze gefilzt zu werden. Die Grenzbeamten haben eigentlich nur wissen wollen, ob wir Zigaretten und Alkohol dabei haben. Uiiiiiiiii, ähhhhhh Zigaretten nö und Alkohol naja also so ein paar wenige Weinflaschen halt. Ganz zufrieden waren sie damit nicht und sind mal schön mit Straßenschuhen ins Auto getappt. 🥴😡 Darf man ja nichts sagen. Nachdem sie überall mal reingeschaut haben, waren sie wohl doch zufrieden und wir durften passieren. Gut das der Benzo ein sehr schlaues Schranksystem mit versteckten Ecken hat in dem die Weinkisten perfekt Platz haben. 🤫🤭
Nachdem wir Tino in Split am Flughafen verabschiedet haben, lotsten wir Benzo durch sehr sehr enge Straßen zu unserem nächsten Stop – Trogir. Die Fahrt zu dem Campingplatz am Ende der Stadt ist nervenaufreibend – für mich weil ich leicht panisch die Breite nicht so gut abschätzen kann und für Toni weil er sich von meinen Geräuschen erschreckt. Naja, wir habens auf jeden Fall unfallfrei geschafft und darauf gab es am Abend erstmal ne schöne Flasche Pfälzer. 🥂
14.04.-20.04. – KROATIEN DIE ZWEITE 🥰
Unsere erste Tat morgendlich ist mal kurz durchs Rollo lugen um zu schauen wie das Wetter ist. Das spielt uns nämlich ganz schöne Streiche und ist ehrlich gesagt nicht wie erwartet. Irgendwie haben wir uns Mitte April in Kroatien schon in kurzen Hosen und T-Shirt gesehen. Weit gefehlt. Das deutsche April-Wetter scheint uns zu verfolgen. Aber an diesem neuen Morgen scheint doch glatt die Sonne und wir können unseren Kaffee am Strand trinken. Jiipiiiii 🤗
Also gleich mal die Bikes ausgepackt und nach einer schönen Mountainbike-Tour geschaut. Gesucht, gefunden. 30 km über die Insel Ciovo, Start direkt am Campingplatz (Campingplatz Rozac). Schön auf Schotter bergauf, dann wieder ein paar kleine Trails durch die Botanik und dann wieder auf Schotter hoch. Wie wir das mögen. Nur mit sehr sehr starkem Gegenwind. Puhhhh. Zwischendurch waren wir ein bisschen wilden Spargel suchen. Den gibt es überall in Kroatien. Der ist dünner als der Grüne aber sehr intensiv und schmackhaft. Kurze Gegenwindpause und weiter gehts über die Insel. Dann kam DER TRAIL – perfekter Weg mit Wurzeln, weicher Waldboden UND er endete am türkisblauen Meer. Traumhaft. Zuhause gab erstmal einen großen Teller Pasta a la Toni und ein Schläfchen. Weil, es hat ja mal wieder angefangen zu regnen.
Am Tag darauf den 16.4. stand die Stadt Trogir auf dem Plan. Bei – wie soll es anders sein – Nieselregen sind wir gestartet und haben uns bei weniger Nieselregen die zauberhafte Altstadt angeschaut um bei Nieselregen wieder zum Campingplatz zu laufen. Am nächsten Tag ging’s dann nach Split.
Auf nach Split – der größten Stadt Südkroatiens – und erstmal zum Bauhaus. Wir hatten unseren Gasgrill zuhause vergessen und dieser riesige Baumarkt versprach Abhilfe. Wow, das ist wirklich eine sehr sehr großer Baumarkt. Und… tataaaa wir haben einen portablen Gasgrilll gefunden und mitgenommen. Parkplatz in der Stadt gesucht und gefunden und ab in die Altstadt.
Wir kamen über den Fährhafen und den Busbahnhof in die Stadt und schon wieder WOW. Split ist wunderschön! Eine Mischung aus Palma, Barcelona und Trogir mit italienischen Einflüssen (das muss ich dazu schreiben 😜) sehr mondän, beeindruckend und verlockend. Es war gegen 14 Uhr und wir hatten – wie soll es anders sein – Hunger. Haben uns ein nettes Restaurant gesucht und sehr lecker gegessen. Gestärkt schlenderten wir durch enge Gassen und kleinen Einkaufsstraßen vorbei an alten Bauwerken, dem Diokletianspalast und zahlreichen Bars und Restaurants sowie der Sphinx. Man kann wirklich stundenlang durch die Stadt, die Hügel durch die Gassen hinauf und am Strand entlang spazieren ohne das einem langweilig wird. Das Einzige was passieren kann ist: man wird hungrig. Gleich wieder ein wunderschönes Restaurant gefunden und hervorragend gegessen. Gegen Abend wollten wir uns dann etwas südlich von Split einen Platz zum Schlafen suchen. Und siehe da, ein paar Kilometer weiter in dem Örtchen Omiš wurden wir fündig. Direkt im kleinen Fischerhafen konnten wir ruhig und ungestört übernachten. Omiš ist auf der einen Seite eingesäumt von riesigen Felsen und auf der anderen Seite erstrecken sind endlose Sandstrände – ja richtig Sandstrände. Ich bin fast ausgeflippt. 😍
Morgens sind wir dann ins Städtchen gelaufen um auf dem Markt frisches Gemüse (unter anderen Wildspargel) und leckerstes Brot (natürlich hellstes Weißmehl ohne jegliche Körner oder irgendwelchem gesunden Zeugs) zu kaufen.
Weiter ging’s entlang der Adria Magistrale – der schönsten Küstenstraße Europas, die eigentlich schon in Triest beginnt. Die Landschaft südlich von Split wird immer beeindruckender – Bergmassive, Schluchten und dazwischen Buchten mit türkisfarbenem Wasser. Das sieht doch eigentlich nach einem Strandstopp aus. Gesagt, getan, In Gradac fahren wir von der Magistrale ab, runter in den Ort und zum Strand. Dort an einem Parkplatz können wir Benzo abstellen und stehen direkt am hellen (fast)-Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Mutterseelenallein. Und was liegt da nahe? Richtig. Klamotten aus und rein ins Wasser. 🌊 Kalt aber sauschön. Wir chillen ein bisschen und dann kommt der Hunger. Wie immer am Strand. Gut, dass wir den kleinen tragbaren Gaskocher gekauft und noch eine Art Bolognese-Sauce im Kühlschrank haben. Kurz die Bolo um Kidneybohnen, Kreuzkümmel und Mais erweitert und ein Chilli gezaubert. Alles an den Strand geschleppt und direkt am Wasser gekocht und gegessen. Perfekt dazu ein Elfo rosé von der anderen Seite der Adria aus Apulien. 🤣 Auf Petrus ist verlaß denn bevor es allzu gemütlich wird, hat der die Dusche von oben wieder aufgedreht. 🌧️
Ab ins Auto und weiter auf der Magistrale bis.. hoppla ein Schild zu einem Weingut. Blinker links gesetzt und mit quietschenden Reifen abgebogen (naja nicht ganz so dramatisch). Die Fahrt zum Weingut durch Olivenhaine, bergauf und ab und engen Wegen – ganz nach Tonis Geschmack, denn er konnte endlich mal den Allrad zuschalten – führte uns zum Weingut Rizman mit einem sensationellen Blick auf die neue Brücke mit der man Bosnien (Neum) umfahren kann.
Eine Stunde und eine Weinprobe später sind wir mit einem Karton feinsten Weiß- und Rotweinen der Region wieder ins Auto um einen Schlafplatz für die Nacht zu finden. Nach kurzen Recherchieren sollte es ein kleiner Fährhafen in Ston sein (Beach Prapratno). Allerdings liegt nebenan ein – zu dieser Zeit noch nicht geöffneter Campingplatz mit einem Parkplatz davor. Dort am Strand von Prapratno haben wir eine fast ruhige Nacht gehabt. Fast weil es unfassbar viele verschiedene Vogelarten gibt die offensichtlich nachtaktiv sind und wunderschön zwitschern und den Schakalen, die gerne mal bitterlich heulen.
Wir hatten trotzdem eine super Nacht und sind gleich morgens den 19.04. nach Dubrovnik aufgebrochen. Es heisst Dubrovnik ist die schönste Stadt Kroatiens und ja, ich glaube das stimmt auch. Die Fahrt in die Stadt und die Parkplatzsuche mit einem so monströsen Gefährt ist nicht ohne aber machbar. Wir haben auf einem Parkplatz im Hafen geparkt und sind dann die 30 Minuten in die Altstadt gelaufen. Man spaziert durch die geschäftige City einen Hügel hoch und wieder bissl runter und irgendwann – man traut seinen Augen nicht – steht man vor der Festungsstadt mit den alten Mauern. WOW WOW WOW. Eine Brücke – das Pile Gate – und ein Tor bilden den Eingang zur Altstadt die von einer Stadtmauer mit Festungen und Türmen umringt ist. Auf der anderen Seite des Eingangs erwartet einen eine andere Welt. Dubrovnik ist atemberaubend schön. Die Altstadt gehört seit 1979 zum UNESCO Weltkulturerbe. Zu Recht. Hier wurde auch Game of Thrones gedreht – ich oute mich denn ich hab die Serie nie gesehen.🫢 Man schlendert über alte Steine zwischen hohen Mauern in kleine Gassen in denen super süße (völlig überteuerte) Restaurants sind, an Kirchen, Plätzen und historischen Gebäuden vorbei. Man kommt aus dem Staunen eigentlich überhaupt nicht mehr raus.
Einziger Wermutstropfen ist der Übertourismus mit tausenden Game of Thrones Souveniers oder sonstigen Dubrovnik Mitbringsel und den wirklich ganz schön happigen Preisen in den Restaurants.
Nach dem ganzen Trubel der Stadt zieht es uns wieder aufs Land und wir haben uns ein kleines – wie soll es anders sein – Weingut zwischen Dubrovnik und der Grenze zu Montenegro ausgesucht. Der kleine Stellplatz „Camperstop Vineyrad“ liegt mitten in der Natur an einem kleinen Weingebiet mit eigener Weinkellerei und zur Begrüßung gibt es selbstgebrannten Schnaps (also eher Likör). Sehr sympathisch. Und sehr zu empfehlen. Hier verbringen wir die Nacht bevor es morgen den 20.4. nach Montenegro geht. https://www.park4night.com/de/place/233653
20.04. 02.05.2023 – UMWERFENDES MONTENEGRO
Nachdem wir uns von unserem schönen kleinen und gemütlichen Vineyard Campingplatz verabschiedet haben, sind wir direkt nach Montenegro eingereist. An der Grenze ging es recht fix – Ausreise aus Kroatien und dann die Einreise nach Montenegro dauerte insgesamt ca. 30 min. Bei der Einreise mussten wir unsere Pässe und die Fahrzeugpapiere vorzeigen, fertig. Ach so ja, was hat gleichzeitig mit einem neuen Land eingesetzt? Richtig, Regen. Aber zum Glück nur kurz. Durch die ersten kleinen Orte sind wir wegen des Regens nur durchgetuckelt und kamen dann an der Bucht von Kotor an. Die ersten Ortschaften von Montenegro sind recht einfach aber spätestens ab Kumbur wirds echt schön. Die Bucht von Kotor ist eine fast 30 km lange, gesäumt von beeindruckenden Bergen gewundene Bucht – wie ein Fjord. Richtig cool mit süßen kleinen Orten und schmalen Straßen 😟. Toni und Benzo haben das gut gemeistert und wir sind heile in der Stadt Kotor angekommen. Haben dann zum Glück auch etwas außerhalb einen einigermaßen ausreichend großen Parkplatz gefunden und sind in die Stadt geschlendert.
Oha! Kotor ist eine mittelalterliche Festungsstadt mit verwinkelten Sträßchen, Plätzen, romantischen Kirchen und eindrucksvollen steilen Bergen. Das kam sehr überraschend. Wir haben den ganzen Nachmittag dort verbracht und uns dann auf die Suche nach einem Stellplatz gemacht. Es gibt recht viele Camping-Verbotsschilder. Nach einem nicht so schönen Plätzchen und zwei Standorten an denen wir uns nicht so wohlgefühlt haben, sind wir auf einen kleinen Campingplatz in der Nähe von Budva gefahren. Die Rezensionen versprachen einen kleinen entspannten familiären Platz. Na gut. Schau mer mal. Die Anfahrt war – naja wie soll man sagen – abenteuerlich und eng. Angekommen an einem Tor, bin ich erstmal die schmale steile kleine Einfahrt runder gedackelt. Oh nett. Ok, das sieht machbar aus. Und dann kam auch schon Igor – der Inhaber des Platzes. Alles klaro. Gebongt. Hier bleiben wir.
Also hat Toni Benzo die steile Einfahrt runter gezirkelt, geparkt und schon hatten wir einen Schnaps in der Hand. Vorm Abendessen auf sehr sehr leeren Magen. Na da kommt doch gleich Freude auf. 🤪 Der Platz ist sooo schnucklig. Igor und seine Familie haben hier eine ganz wundervolle Oase erschaffen – eine Art kleiner Kiosk, eine Feuerstelle, ein gemauerter, überdachter Platz zum Abspülen mit Ausblick aufs Meer, Liegestühle und viele Sitzmöglichkeiten. Schnell was zum Essen gezaubert und mit einem Weinchen zu den anderen Gästen gesetzt und den tollen Tag ausklingen lassen.
Absolute Empfehlung in der Nähe von Budva „Camping Seoce-Budva“.
Und hier sind wir jetzt.. Wird wohl nicht nur eine Nacht…..
Aus einer wurden vier Nächte und wir haben uns pudelwohl gefühlt und den ersten Tag einfach nur gekocht, genossen, Wäsche gewaschen und Nichts getan. Herrlich!
Vom Campingplatz aus kann man über den Berg oder durch den Wald nach Budva laufen. Das haben wir dann auch am zweiten Tag gemacht. Budva ist sehr geschäftig, bunt, international und hat eine tolle kleine Altstadt und einen netten Stadtstrand mit ein paar Bars. Lohnt sich wirklich da mal hinzureisen. In Budva wird unheimlich viel investiert und es entstehen jede Menge neue Wohnungen, Hotels und Gebäude. Wir haben uns mal nach den Preisen erkundigt. Holla die Waldfee – das sind teilweise in der besten Gegend Münchner Preise. Sehr aufstrebend diese kleine feine Stadt.
Ebenfalls vom Campingplatz kann man an den schönen Strand kraxeln, den man von oben sieht. Der Abstieg ist ein schmaler Trail mit ein paar windigen Treppen die aber gut machbar sind. Ok ein paar kleine Kratzerchen von den Disteln schürfen die Schienbeine auf aber was macht das schon wenn man dann an einem wenig besuchten schönen Strand chillen kann. Ok, es war Nebensaison. Wie das hier im Juli aussieht, wissen wir natürlich nicht aber eins ist sicher – voller als im April. Hahaha
Am 24.04. konnten wir uns dann endlich von Igor, seiner Familie und dem entspannen Platz losreißen und sind ins Landesinnere gefahren. Und wer war gleich wieder zur Stelle.. der Regen. Halloooo, nicht schön dich schon wieder zu sehen. 😤 Egal, wir lassen uns die Laune nicht verderben und düsen Richtung Cetinje. Leider regnet es immer doller so dass wir uns einen Platz zum Schlafen suchen. Den finden wir auch auf einem kleinen Campingplatz in der Nähe. Schon wieder so nette Menschen am Empfang. Mehr braucht man zu diesem Regentag nicht zu schreiben. Over and out!
In der Früh des 25.04.dann der vorsichtige Blick durchs Rollo. Ohhhhh es sieht aus als würde die Sonne durchwollen. Juhuuu. Hier soll es eine der größten Tropfsteinhöhlen geben und die wollen wir uns anschauen. Unser Guide – ein sehr witziger, gut englisch sprechender Typ – führt uns durch die beeindruckende Lipa Cave in der Nähe von Cetinje. Die ist rrriiiiiiieeeeesig und wie es auf dem Balkan halt so ist, wird im Sommer dort auch schon mal eine unterirdische Bar draus und es werden Konzerte veranstaltet. We like! Und da so eine Führung mächtig hungrig macht, sind wir auf der Fahrt Richtung Hauptstraße in ein Restaurant „Belvedere“ eingekehrt und haben gleich einen Volltreffer gelandet. Sooo lecker und gleich in die Taste of Europe Liste aufgenommen. Zu Recht! Weiter ging’s Richtung Norden zum Kloster Ostrog – eines der bedeutendsten Klöster der serbisch-orthodoxen Kirche. Beeindruckend weil es weit oben in den Bergen in die Felsen gebaut wurde. Ein wirklich besonderer Ort. Die Hinfahrt vom Süden aus verlief easy und so sind wir auch sorglos Richtung Norden weiter gezogen. Bis auf einmal ein Tunnel in der Ferne zu sehen war. Man sollte erwähnen, dass die Straße eher für Minis als für dicke Benzo’s gebaut sind. Puhhhh also gut wir schauen mal. Ich ausgestiegen um von vorne zu schauen, ob wir nach der Durchfahrt ein Cabrio haben, aber Glück gehabt denn unser Alkoven passte genau noch drunter. Durch den zweiten Tunnel auch. Man kommt schon öfter mal ganz schön ins Schwitzen mit so einem hohen und breiten Auto. Am Abend sind wir dann noch in den Durmitor Nationalpark gedüst. Eigentlich wollten wir uns angewöhnen nicht im Dunkeln irgendwo anzukommen aber manchmal klappt das halt nicht. So auch an diesem Abend. Schon ein Stückchen vor dem Nationalpark ändert sich die Landschaft und aus Bergen werden hohe Berge und aus Regen wird…. na was wohl… SCHNEEE. Richtig gelesen. Wir waren wieder im Winter gestrandet. Und mein Spaghetti war alles andere als happy. 🤣 Ich habe ihn mit dem Navi durch ein Waldstück auf einen Parkplatz manövriert und da standen wir nun. Alleine, im Schnee, alles dunkel und leise. SEHR LEISE 👻. Nach einer entspannten Nacht wieder der ängstliche Blick aus dem Fenster am Morgen und ums noch witziger zu machen, hatten wir Neuschnee und es schneite immer noch. What the f**k. Aber wenn man mal ehrlich ist, auf 1400 Metern jetzt auch nicht ganz abwegig. Trotzdem ist die Landschaft atemberaubend. Da unser Parkplatz nicht weit weg von den schwarzen Seen lag, haben wir gleich morgens einen Hike um die Seen unternommen. Wunderschöne Nadelwälder umringt von Bergen und den malerischen Seen. Kann mich mal jemand kneifen? Sind wir hier am Lake Louise in Kanada? Sieht fast so aus. Die Wanderung um die Seen geht bergauf und -ab und ist durch die rutschigen steilen Scheepassagen nicht umanstrengend aber macht riesig Spaß. Unser Guide (zwischendurch waren es auch mal zwei) – ein kleiner Mischlingshund – weist uns den Weg und geht mit uns die ganzen 8,6km. Wie schön muss dieser Nationalpark im Sommer sein? Wir kommen auf jeden Fall wieder bei der Menge an Hinweisschildern zum Wandern und Biken. Ein Paradies.
Wir wären wirklich gerne ein paar Tage im Park geblieben aber es war so kalt und mit dem Schnee auch noch ungemütlich. Also haben wir uns noch den Tara Canyon und die Tara Brücke angeschaut – was unfassbar beeindruckend und landschaftlich ultraschön ist und sind dann die Landstraße durch den Canyon wider Richtung Süden abgezwitschert. Diese Fahrt aus dem Canyon raus ist eine Mischung aus Abendteuer weil viele Vorsprünge die für unseren Benzo bei Gegenverkehr definitiv zu niedrig sind, Bangen weil gerade um diese Zeit einige große Steine abgerutscht sind und teilweise die halbe Strafe blockierten und Staunen weil die Landschaft fast unwirklich schein. Montenegro – wir mögen dich!
Nach Schnee und Regen kommt Sonne und Wärme und so war es auch. Wir fuhren wieder ins schönere und wärmere Wetter und die Landschaft wurde noch grüner und weiterhin sehr bergig. Montenegro ist wirklich ein Naturschauspiel. Unser Ziel für heute der Skutarisee – der größte See des Balkans und wohl der zweitgrößte See Europas. Das mussten wir uns natürlich genauer ansehen. Es gibt einige Campingplätze und auch Freistehplätze aber wir haben uns für einen kleinen Campingplatz direkt am Eck zwischen Fluß und See rausgesucht. Bei der Einfahrt begegneten wir gleich den Besitzern Ivan und Nikola die uns mitteilten, dass der Platz noch geschlossen hat und auch ziemlich naß sei (es hatte viel geregnet und der Fluß war über die Ufer getreten). Aber wir können trotzdem dort kostenlos übernachten. Wir sollen einfach das Tor aufschieben, links parken weil es da nicht so naß ist und uns auf deren Hausboot setzen, da steht der Schnaps 😂 (die Beiden mussten noch einkaufen) Ok, wird gemacht. Dort standen schon zwei weitere Camper – alle mit 4×4, was auch nötig war – und wir gesellten uns einfach dazu. Nette Menschen, nette Gespräche und ein schöner Abend endete damit, dass die beiden Eigentümer vom Einkaufen zurück kamen und natürlich unser Begrüßungsschnaps noch ausstand. Oha, wir hatten nicht nichts zu Abend gegessen. 🤯 Drei Schnaps und wieder ein nettes Gespräch später sind wir glücklich ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag den 27.04. haben wir einen super Tipp von unseren Mitcampern bekommen. Die Niagara-Fälle von Montenegro. Aha, nie was von gehört aber die schauen wir uns natürlich an. Mit leerem Magen auf den Weg gemacht und gleich ein nettes und sehr leckeres einheimisches Restaurant gefunden in dem wir fantastische Bohnensuppe, Salat und Fisch gegessen haben – natürlich mit viel Brot. Also ich sag’s Euch – DAS BROT hier auf dem Balkan ist unwiderstehlich. Das haben die mal so richtig drauf.
Der Weg zu den Niagara-Fällen führt durch die Hauptstadt Podgorica und an sehr sehr großen Weinplantage vorbei. Hier kommt der „Vranac“ vom Weingut Plantaze her. Ein hervorragender Rotwein, der mit einem Primitivo aus Italien sehr wohl mithalten kann. Kurz vor den Niagara-Fällen denkt man, dass hier ein Wohngebiet oder so was kommt aber weit gefehlt, man parkt und läuft ein paar Meter den kleinen Weg nach unten und steht an einem weiteren Naturschauspiel. Hier tobt das Wasser in die Tiefe, Schluchten, türkisfarbenes Wasser und rundum alles schön grün. So ein toller Ort. Direkt an den Wasserfällen gibt es ein hübsches Restaurant mit gutem Espresso und Blick auf den Fluß der sich am Felsende in die Schlucht ergießt. Wunderschön.
Am Nachmittag besuchten wir dann noch den Ort Virpazar am Skutarisee. Von der Festung hoch oben im Ort hat man einen perfekten Blick über den See und kann dank Fernglas die vielen Vogelarten bestaunen. Der See hat auf der Montenegrinischen Seite wenige Zugänge da er von Bergen umringt ist und in den Sümpfen viele Tierarten ihr Zuhause finden. Die andere Seite des Sees liegt auf albanischem Gebiet. Das schauen wir uns in ein paar Tagen an. Übrigens beherbergt die Festung in Virpazar eine tolle Weinbar und ein sehr schönes Restaurant. Wir haben es nicht getestet aber optisch macht es richtig was her. Der Ort selbst ist super süß mit viel kleinen Restaurants aber auch sehr touristisch – an jeder Ecke möchte jemand seine Bootstouren verkaufen. Es gibt noch eine Panoramastraße, die hoch in die Berge bei Virpazar führt um dort eine Wanderung zu machen oder den Ausblick auf den See zu genießen aber die Straße ist extrem eng und für unseren Benzo und unsere Nerven zu viel, also lassen wir das mal lieber. Und so fahren wir am Abend Richtung Küste und landen erst ein mal in Bar. Einer hübschen und geschäftigen Hafenstadt mit modernen Gebäuden und einem schönen Strand mit Promenade. Leider gibt es hier keine Campingplätze und alle Freistehplätze schienen sehr busy zu sein. Ab zum nächste Ort – Ulcinj. Es ist mal wieder dunkel aber wir haben einen netten Platz am 15km langen Sandstrand – ja richtig gelesen – gefunden und da stehen wir jetzt und schauen aufs Meer. Happy Aline 🌊😍
Ulcinj ist überraschend schön und abwechslungsreich. Eigentlich hatten wir den Ort so gar nicht auf dem Schirm. Er stand nur auf unserer Liste weil ich mir den langen Sandstrand anschauen wollte. So der Plan. Aber wofür sind Pläne da? Richtig, um sie über den Jordan zu werfen. Und so hat es sich zugetragen, dass wir geschlagene 5 Tage und 5 Nächte hier verbracht haben – vom 27.04. – 02.05.2023. Trotz einiger Widrigkeiten. Aber dazu später mehr. Am ersten Morgen wurden wir von der Sonne geweckt und konnten den Vormittag richtig genießen – mit einem langen Frühstück, Yoga und chillen. Dann hat’s uns gepackt und wir sind in Richtung Buchtende gewandert. Kurz um die Ecke am Fischerhafen gebogen und schon standen wir auf einem Wanderweg – direkt am Meer über einen kleinen Kamm. Wunderschön. Sieht aus wie auf Mallorca. Gebongt, den nehmen wir, sind ihn bis zum Ende gelaufen und schon standen wir in der City von Ulcinj (ca. 45 Minuten). Und da ein Stand für eine Stadt offensichtlich nicht ausreicht, gibt in der Stadt gleich noch einen weiteren kleineren Sandstrand. Übrigens ist der Strand hier im Süden von Montenegro dunkel aber sehr fein. Wird halt noch heißer im Sommer als eh schon.) 🥵 Aber das interessiert uns im Moment nicht weil es hat ja nur 21 Grad.
Kurz bevor man in die Stadt kommt – also gefühlt optisch noch auf Mallorca – finden sich an den Klippen am Strand super schicke und stylische Bars und Restaurants mit verheißungsvollem Namen wie Ibiza Beach Lounge oder Sapore di Mare. Ganz unser Geschmack dieses Ulcinj. Aber ich bin vom Thema abgekommen. Also zurück in die City von Ulcinj – hier am Stadtstrand kann man an einer Promenade schlendern, Eis essen, es gibt unzählige Bars und Geschäfte und man kann den Coolsten der Coolen beim Fahren in ihrem Mercedes oder Porsches zuschauen 🙄 So sind sie halt die Jungs vom Balkan. Und natürlich immer im besten Dress – dem Jogginganzug. Allesamt in lebensbejahendem schwarz.
Am Ende der Promenade den Berg rauf gelangt man in die super niedliche Altstadt mit kleinen Gassen, Restaurants und mittelalterlichen Shops. Richtig schön und ein krasser Kontrast zur Schau-Promenade. Apropos Kontrast. Läuft man von besagter Promenade nicht in die Altstadt sondern in den belebten geschäftigen Teil von Ulcinj findet man sich wieder in gefühlt einer anderen Welt wieder. Souvenirgeschäfte, Shisha Bars, Moscheen, Sneaker-Shops, Geschäfte des täglichen Bedarfs und Restaurants wechseln sich ab und es ist ein wildes Getümmel.
Nachdem wir alles abgeklapptert und uns die Stadt angeschaut haben, sind wir zur Ibiza Beach Lounge und haben uns einen leckeren Gin Tonic gegönnt bevor es über den Wanderweg wieder zurück zu unserem Benzo ging. Auf dem Heimweg und am ca. 1 km vor unserem Benzo am Strand haben wir eine Outdoor-Disco entdeckt, die sich verdächtig daran zu schaffen machten, die sehr großen Boxen anzuschließen. Irgendwie haben wir uns nichts dabei gedacht ABER später haben wir’s dann gehört. Die ganze Tage. Und jeden Abend am ganzen Wochenende. Soviel zu den Widrigkeiten. Die zweiten Widrigkeiten waren die lieben streunenden Hundi’s die wir uns angelacht haben. Nachdem wir sie mit Streicheleinheiten überhäuft und ihnen Futter sowie Wasser gegeben hatten, bewachten sie Benzo und immer wenn es irgendwo Geräusche gab, haben sie lautstark angefangen zu bellen. Unter unserem Benzo und zu jeder Uhrzeit. also sich nachts. Puh… Die Nächte in Ulcinj waren nicht die ruhigsten aber trotzdem haben wir uns hier sehr wohl gefühlt.
Montenegro hat es uns richtig angetan. Dieses kleine Land ist so abwechslungsreich, bunt, voller Naturwunder, schöner Strände und eigentlich ein einziger Nationalpark. Die Menschen sind extrem nett, offen und hilfsbreit. Wir waren nicht zum letzten Mal hier. Soviel ist sicher.
Am 02.05. sind wir dann aufgebrochen und ins 15 km entfernte Albanien eingereist.
02.05.2023 – 20.05.2023 MIRËSEARDHJE ALBANIEN
Die Einreise nach Albanien war sehr unspannend. Wir standen ca. 15 Minuten in einer Autoschlange an der Grenze, haben unsere Pässe kurz dem Beamten gezeigt und konnten durchfahren. Kein Stempel. Nix. Ok gut. Das war wohl die Ausreise aus Montenegro, kommt ja sicher noch die Einreise nach Albanien. Aber da kam nichts. Also irgendwie sind wir offiziell in Montenegro eingereist und dann verläuft sich unsere Spur 👻. Also wir sind dann mal in Albanien.
Unser erster Stop sollte der Lake Skodra sein, den wir ja schon auf der Montenegrinischen Seite besichtigt haben. Dazu haben wir uns den Campingplatz Lage Skodra Resort ausgesucht – erstens liegt er direkt am See und zweitens mussten wir mal wieder Bettwäsche waschen. Bei dem Wort Resort hätten wir allerdings schon hellhörig werden müssen denn bei der Einfahrt auf den Campingplatz sieht man wieder die klassischen gleich großen Parzellen, perfekt gemähten Rasen und fast nur deutsche Kennzeichen. Hätte uns jemand erzählt, dass wir hier in Waging am See sind, wir hätten es direkt geglaubt 😅. Aber egal. Wir wurden herzlich empfangen, haben Benzo geparkt und – da es ja schon 14 Uhr war – gleich mal das Campingplatz-Restaurant getestet. Und für gut befunden. Wir hatten sensationelle gemischte Vorspeisen und herrlich weißes Weizenbrot. Ohne Nährstoffe versteht sich von selbst. 😜 Sooo lecker. Dann erstmal Bettwäsche und Handtücher gewaschen und den Tag ausklingen lassen.
Am nächsten Tag wollten wir uns die Stadt Skodra und die Festung Rozafa anschauen. Laut allwissendem Google macht man das am besten mit dem Rad. Puhhhh, echt jetzt? Also Autofahren (in meinem Fall beifahren) ist auf dem Balkan schon etwas anstrengender weil hier ÜBERALL ein Überholmanöver eingeleitet wird. Ob gut einsehbar, direkt VOR einer Kurve oder einfach nur lebensgefährlich. Aber gut, wenn man das hier so macht, warum nicht. Also Räder ausgepackt und auf der Hauptverkehrsstraße Richtung Festung losgedüst. Natürlich mit Helm, Bikeklamotten, Bikeschuhen und all dem Zeugs – wir waren natürlich die Einzigen mit dieser „Ausrüstung“. 😅 Und siehe da, es war sehr entspannt. Da neben dem Mercedes das Rad das meist genutzte Fortbewegungsmittel ist, wird hier wirklich Rücksicht genommen. Wir haben uns sehr sicher und wohl gefühlt und es hat richtig Spaß gemacht. Auf halber Strecke hat Toni gleich mal bei einem Frisör eingecheckt und kam mit einer – naja ich sag mal – sehr albanischen Frisur wieder raus. So richtig viel Lust hatte der Kollege wohl nicht. Also Helm drauf und weiter zur Festung. Die Festung Rozafa ist sehr sehenswert und ein schönes Ausflugsziel wenn man in der Nähe ist. Nach der Festung gings in die Stadt. Ich hatte auf einem Blog was von einem irre guten Fischrestaurant gelesen und das mussten wir uns natürlich reinziehen. Und es war gigantisch lecker. Einen hervorragenden Rucola Salat, frische Miesmuscheln, eine oberleckere Dorade, guten Wein und ein Tiramisu später haben wir uns wieder aufs Rad geschwungen und noch den Rest der süßen Innenstadt mit der großen schönen Moschee angeschaut und auf gleichem Wege wieder zum Campingplatz geradelt. Nicht ohne tausend mal gegrüßt, bewunken und angelächelt zu werden. Die Albaner sind so warmherzige Menschen. Wir lieben’s hier. Das Einzige was manchmal etwas störend ist, ist der Müll aber bisher hält es sich in Grenzen und wir haben es uns schlimmer vorgestellt.
Am nächsten Tag den 04.05. gings weiter. Eigentlich wollten wir ins Theth Tal aber nach einiger Recherche ist das mit unserem dicken Benzo recht eng und außerdem noch ziemlich kalt weil Berge. Auf kalt hatten wir keinen Bock mehr also war das nächste Ziel irgendwo bei Durres am Meer. Ich hab ein bissl rumgesucht und eine Bar/Restaurant – nur 20 km entfernt von Skodra – gefunden die so einladend klang, dass wir einfach mal dahin gefahren sind. Der Inhaber Mario hat neben der Bar einen Parkplatz auf dem man kostenlos stehen kann. Da wollten wir eine Nacht bleiben. Und sagen wir’s mal so. Wir sind gekommen um zu bleiben. Dieser Ort ist einfach ein Paradies mit wundervollen Menschen und einer richtig guten Energie. Mario und seine Familie sowie Suzanna (eine ganz liebe Deutsche die da hängen geblieben ist) haben uns herzliche empfangen, wir konnten Benzo in erster Reihe am Meer parken und uns dann erstmal in der Bar ein chilliges Plätzchen suchen und ein kühles Bierchen trinken. Den ganzen Tag läuft entspannte Musik, es gibt jeden Tag fangfrischen Fisch oder Scampi’s von Mario und Ola, Mario’s Frau oder Mario’s Mama machen super leckeren frischen Salat, leckeres Tsaziki, Brot und Kartoffeln. Punkt. Jeden Tag. Herrlich. Auf dem Tresen liegt ein Buch, da schreibt man seinen Namen rein und bedient sich einfach selbst am Kühlschrank und den Getränken und schreibt es ins Buch. Auf Vertrauensbasis. Aus einem wurden zwei, dann drei und schließlich 5 Tage an denen wir uns im Umkreis von ca. 30 Metern aufgehalten haben 😜. Es kamen und gingen viele tolle Menschen mit ihren Campern. Einige kannten wir schon aus Bosnien, Kroatien oder Montenegro und so war es irgendwie immer wie ein großes Familientreffen. Tagsüber kam ab uns zu mal ein Wildpferd am Strand entlang spaziert.
Unser Tagesablauf war ungefähr so: Aufwachen mit Meeresrauschen, Kaffee in der Bar, Aline Yoga am Strand, Toni lesen und bissl mit Zef (Marios Cousin) Sport machen – natürlich am Strand, dann Frühstück in der Bar, dann entweder lesen oder mit den anderen quatschen und abhängen, Mittagessen im Restaurant (besagtes Essen), dann sonnen oder lesen oder quatschen, dann Abendessen im Restaurant und den Abend mit Bier und Wein am Lagerfeuer ausklingen lassen. Ihr könnt euch vorstellen, wie vollgeschrieben unsere Seite in Mario’s Buch war. 🫣 Irgendwann mussten wir uns dann aber mal losreißen und weiter ziehen und so sind wir am 09.05. schweren Herzens und mit viel Umarmen und ein paar Tränchen in Richtung Tirana – der Hauptstadt – aufgebrochen.
Tirana ist eigentlich unsere zweite Wahl weil wir uns Durres anschauen wollten und uns Tirana wegen des Verkehrschaos eigentlich schenken wollten. Aber Durres soll nicht so schön sein und da sind wir kurzerhand doch nach Tirana gefahren. Auf den ersten Metern in der Stadt haben wir es mal kurz bereut. Aus zwei Spuren werden 4, jeder fährt irgendwie wild, überholt und dann muss man auch noch auf die Bäume aufpassen (weil wir ja sehr hoch sind). Also Stress pur. Aber keiner hupt und irgendwie funktioniert der Verkehr wie so eine Art Schwarmintelligenz – alle machen was und es funzt. Wir haben unbeschadet den ausgesuchten Parkplatz erreicht und sind gleich mal in die Stadt gedackelt. Wollten uns ein AirBnb nehmen um Klamotten zu waschen und einfach in der Stadt sein zu können. Aber der Parkplatz lag so nah an der Innenstadt, dass wir uns dagegen entschieden haben und unsere komplette Wäsche (14 kg) einfach in einer Wäscherei abgegeben haben. Unser netter Parkplatzwärter hat uns dann noch einen super Parkplatz ganz am Ende zugewiesen und gemeint, dass wir da wunderbar schlafen können. Das machen alle Camper so. Und außerdem ist die ganze Nacht jemand da und bewacht den Platz. Na also, läuft doch.
Wer gerne Essen geht, in Bars abhängt und leckeren Hafermilch-Cappu trinkt, der ist in Tirana genau richtig. Tirana ist die Stadt mit den meisten Café’s in Europa. Für uns eine Offenbarung. Wir haben uns richtig richtig dolle in Tirana verliebt. So eine coole Stadt. Hier pulsiert das Leben, Kirche neben Moschee, heruntergekommene Häuser neben schicken Hotels, gefühlt ist hier alles möglich. Die Cafés und Restaurants sind den ganzen Tag gut besucht. Und nicht nur von Touristen. Irgendwie haben wir uns gefragt, was die wohl alle hier machen und arbeiten wenn die Bars so voll sind. Also hat Toni in einem mega hippen Café einfach mal die zwei jungen Kerle angequatscht und gefragt was sie so arbeiten „what do you do for living?“. Die Antwort: Wir sind Fußballprofis und spielen bei Partisan Tirana (so was wie Bayern München). Ohhhh, dass waren dann wohl nicht die klassischen Tiraner. 😂 Jedenfalls waren die Beiden sehr nett (wir haben sie dann natürlich gegoogled und tatsächlich gefunden). und haben uns ein paar Tipps gegeben, was wir uns so anschauen können und wo wir essen gehen sollen. Gesagt, getan. Am Abend saßen wir gestriegelt und gebügelt im „Salt“ – dem Hugo’s von Tirana zwischen high society und Jogginghose. So ein cooler Laden mit sensationellen Fish Tacos 😍. Nach dem Essen durften wir in den oberen Stock um bei einem GT das Fußballspiel anzuschauen (also Toni das Spiel, ich die Menschen). Nach 3 Tagen Tirana – also 3 Tagen Restaurants testen – haben wir uns auch hier schweren Herzen losgerissen und sind ins Landesinnere gedüst.
11.05.2023: Berat – die Stadt der tausend Fenster. Die Stadt ist ca. 2000 Jahre alt und liegt im Bergland Zentral-Albaniens. Die Stadt ist umgeben von steilen Hängen und durch den Ort fließt der Fluß Osum. Die Stadt der tausend Fenster heisst sie weil die hervorragend erhaltenen Altstadtgebäude alle aufs Flusstal blicken und alle gleiche Fenster haben. Die einzigartige Architektur macht die Stadt zu einer der schönsten Albaniens. Seit 1961 ist sie offiziell Museumsstadt und seit 2008 UNESCO Weltkulturerbe. Richtig richtig schön hier. In den kleinen Gassen der Altstadt findet man süße Restaurants und kleine Tante-Emma-Lädchen. Geschlafen haben wir auf dem Parkplatz einer Autowäsche 😅 mitten im Ort. Bei der man by the way das beste Wasser ever bekommt. Wir haben ein Gerät um die Qualität des Wassers zu messen und die Autowäsche ist aktuell auf Nummer 1 (Zum Vergleich hatten wir in unserer Wohnung im Chiemgau einen Wert von knapp 300 ppm und das Wasser der Autowäsche 110 ppm). Da sagste nix mehr. Am Abend sind wir noch ein wenig durch’s Städtchen geschlendert und dann früh ins Betti. Für den nächsten Tag hatten uns eine ca. 13km lange Wanderung ausgesucht, die durch alle Gassen der Stadt über die riesige Festung, die über dem Ort thront, und dann durchs hügelige Hinterland verläuft. Wunderschön. Vor allem die Festung ist sehr sehenswert – so groß wie ein kleiner Ort mit vielen schönen Mini-Restaurants. Am Abend hatten wir uns eins der Restaurants in den kleinen Gassen ausgesucht – das Beratino und dort haben wir fantastisch gegessen, ein Typ hat auf der Ziehharmonika gespielt und Lieder geträllert und wir haben leckeren Wein getrunken. Viel Wein. Und der Typ mit der Ziehharmonika hatte Raki, auch viel Raki. Irgendwann kam Toni auf die glorreiche Idee ihm einen zu spendieren und das geht natürlich nicht ohne selbst einen Raki zu trinken und dann natürlich noch mit dem Inhaber und mit jedem Einzelnen der großen Truppe aus Stuttgart. Während ich mich mit zwei Mädels nett unterhalten habe, hat mein Mann 🤭 (immer noch etwas ungewohnt) sich ordentlich einen hinter die Binde gekippt. Und am nächsten Tag gelitten. Und auch am darauffolgenden Tag. Manchmal sind Regentage herzlichen willkommen. 🤣 Am 14.05. gings dann weiter Richtung Vlora an die Küste – natürlich nicht ohne den Benzo waschen zu lassen. Man muss wissen, dass es in Albanien fast an jede Straßenecke eine Autowaschanlage (also mit Hand waschen) gibt. Wir haben ganze 3€ für unseren Benzo bezahlt.
Auf dem Weg nach Vlora hat uns fast von der Straße geweht. Also das mit dem Wetter haben wir uns etwas anders vorgestellt. So viel Regen und Stürme haben wir eigentlich nicht erwartet. In Vlora an einem wunderschönen Strand angekommen haben wir uns erstmal ins Restaurant geflüchtet – zum einen hatten wir sehr Hunger und zum anderen wird man fast seekrank wenn der Benzo so hin und her schaukelt. Lecker gegessen und Vlora erkundet um dann festzustellen, dass hier außerhalb der Saison tote Hose ist und alles noch schläft. Also gut, fahren wir noch ein Stück südlich. Gelandet sind wir an dem Tag schließlich in Orikum – einem hübschen Ferienort (natürlich auch noch im Winterschlaf) mit einem fantastischen leeren Strand. Ach ja und Sturm. Leider waren alle Restaurants geschlossen und an Baden war nicht zu denken wegen besagtem Sturm. Jaaa es war tatsächlich warm (in Bayern würde man wohl von Fön reden) 🤣.
Gut, dann gehts schon wieder weiter nach Süden. Wir wollten über den Llogara Pass nach Dhermi. Ebenfalls ein wohl sehr schöner Badeort. Trotz des Wetter hatte ich mir irgendwie einen Strandtag eingebildet. Und ich kann ja schon auch stur sein wenn ich was wirklich will. 😇
Und dann gings über den Llogara Pass und es bleibt einem fast der Mund offen stehen. Die Landschaft ist einfach nur der Hammer. Nach oben gehts schön kurvig durch Wälder bis auf die Passhöhe. Dort erwartet einen dann eine atemberaubende Aussicht auf den Pass der sich nach unten schlängelt und auf die kilometerlangen hellen Sandstrände. Jaaaaaaaa, da will ich hin. Natürlich hat das Wetter …. NICHT mitgespielt. Noch nicht. Nach den natürlich klassischen Fotos hat Toni unseren Benzo galant nach unten gelenkt. Bremsen brauchen wir ja manchmal nicht so viel, das macht schon unser mächtiger Alkoven – hat also auch Vorteile. Dhermi ist bekannt durch seine schönen Beaches und den Beach Club mit verheißungsvollen Namen wie del Mare, Havanna und Flow Beach Club. Aber auch hier alles noch geschlossen. Die Saison hier im Süden Albaniens beginnt Mitte Juni. Es wird auch hier unfassbar viel investiert und es entsteht ein richtiges Luxus-Village mit kleinen Häuschen, Spa, Fitness und so weiter. Abgefahren. Irgendwann wollten wir uns dann ein Plätzchen suchen weil – kaum zu glauben – die Sonne rauskam und es auf einmal richtig schön warm war. Fündig geworden sind wir in Jalé – einem Mini-mini-Ort mit super schönem Strand und einer Bar bei der wir stehen durften. Die Anfahrt war endlich mal was für unseren 4×4 und Toni ganz glücklich weil über Stock und Stein ging. Die Inhaber des Ladens haben uns dann auch noch was zu essen gemacht und dann gings den weiten Weg (50 Meter oder so) ab an den Strand. Abends gab dann noch ein paar Bierchen mit dem Inhaber (Toni hat sich auch mal von seinem Besäufnis erholt) und dann ins Bett. Am nächten Tag – der Regen hat uns geweckt – wollten wir dann Richtung Ksamil – einem sehr bekannten und wohl besonders schönem Beach-Ort. Der Weg dorthin führt über die Berge aber meist mit Blick auf die abwechselnd herrlichen Sandstrände oder Steilküsten vorbei an grünen Feldern, Olivenhainen und an jeder dritten Kurve begegnet man entweder einer Kuh, ein paar Schafen oder Ziegen. Eine traumhafte Fahrt. Zwischendrin stoppen wir immer mal um ein paar hungrig aussehende Straßenhunde zu füttern. Manchen haben Angst und manche nur Hunger und einige wollen einfach nur gestreichelt werden. Das machen wir doch gerne. Halt gemacht haben wir in Saranda, einem schicken Badeort der gerade bis auf den letzen qm zugebaut wird mit Hotels und Beachclubs. Nicht so unseres aber wer’s mag. Ksamil entspricht da schon eher unserem Geschmack. Ein lässiger Ort, die Hotels cool und nicht so in die Höhe gebaut, perfekte Strände und Buchten, Beachbars und jede Menge tolle Restaurants. Unseren dicken Benzo konnten wir auf dem Parkplatz des Diamond Beach Clubs abstellen und haben da auch wunderbar geschlafen.
Geweckt wurden wir am 17.05. durch – na wer errät es? – genau Regen. Boah was hier vom Himmel kommt ist echt nicht mehr feierlich. Manche Straßen bestehen nur noch aus einer Riesenpfütze. Aber gegen Mittag hat der Himmel aufgerissen und wir konnten uns die 3km entfernte Ruinenstadt Butrint an der gleichnamigen Lagune anschauen, die 1992 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Butrint ist eines der beliebtesten Touristenziele Albaniens. Hier haben ziemlich viele Kulturen ihre Spuren hinterlassen – wie so ein Straßenköter, jeder durfte mal drauf und hat ein bisschen was von sich dagelassen. 😂 Sehr beeindruckend und auf jeden Fall eine Reise wert. Parken kann man ca. 1 km entfernt auf einem großen Parkplatz auf dem wir mal nicht der dickste Camper sind. Ha! Neben uns steht nämlich so ein riesiger Overlander-LKW aus München. Und jetzt kommt’s – beide kenne ich von o2. So klein ist die Welt. Darauf ein Bierchen mit den Nachbarn.
Schweren Herzens haben wir dann doch Ksamil hinter uns gelassen. Wir haben die Zeit dort sehr genossen – sehr leckeres Essen, gechillte Menschen, lässige Beach Bars und wirklich schöne Strände. Achtung für alle Italien-Sommer-Urlauber: die Liegen haben am Tag 5 € gekostet – also beide, den ganzen Tag. Kennt man ja ;)))
Unser letzter Stop in Albanien sollte Gjirokastra sein. Die Stadt gehört sein 2005 zum UNESCO Weltkulturerbe und soll wunderschön sein. Na dann, aufi gehts. Die Straße dahin beginnt als ein sehr staubiger Schotterweg und Toni hat schon das breiteste Grinsen auf dem Gesicht denn Benzo liebt Schotterpisten. Aber schon nach wenigen Kilometern liegt vor uns eine perfekt geteerte Straße die sich durch das Gebirge windet. Schade für uns aber natürlich schön für alle PKW-Stoßdämpfer. Von Matze und Sarah – die haben wir bei Mario in der Bar Ledh kennengelernt – haben wir einen Essens- und Übernachtungstipp in der Nähe der Stadt bekommen. Ein Weingut mit hervorragendem authentischem Essen. Ohhhhhhhh Yesss. Das klingt ganz nach unserem Geschmack. Das Restaurant mit Parkplatz liegt ca. 3 km von Gjirokastra entfernt und schaut richtig nett aus. Der Besitzer begrüßt und herzliche und kaum sind wir da, sitzen wir auch schon mit einem Weinchen vor den Weinreben in einem zauberhaften Garten. Wir werden super verköstigt und lernen wieder tolle Menschen kennen. Am nächsten Tag schauen wir uns die Stadt an. Lohnt sich wirklich hierher einen Abstecher zu machen. Absolut sehenswert.
Und am Nachmittag gehts dann endlich mal wieder in ein neues Land. Hellas Griechenland. Wir freuen uns wie bolle und damit sich auch Benzo freut, wird er gleich nochmal richtig schön – von Hand natürlich – sauber gemacht. Herausgeputzt gehts Richtung Grenze.
20.05. - 22.05.2023 Griechenland
Zu unseren 2 Tagen Griechenland und der abrupten Heimreise fehlen mir noch die passenden Worte. Das kommt irgendwann mal.
2024 - neues Jahr - neuer Start 🚐
Soooo, nachdem hier einige Beschwerden eingetrudelt sind und ich merke, dass ich langsam nicht mehr rekonstruieren kann, wo wir schon alles waren und was wir erlebt haben, wird es Zeit den Blog wieder aufleben zu lassen. Jetzt müssen alle Hirnzellen aktiviert werden um das in den letzten Wochen Erlebte zusammenzufassen. Also wo fangen wir an. Genau, am Anfang. Aber wo ist denn der Anfang? 🤔
Gestartet sind wir dieses Jahr, also Europatour die Zweite, in Thüringen. Wo sonst, denn da sind im Grunde alle Habseligkeiten die nicht in unser Auto passen und meine Mutti natürlich 😍. Weihnachten haben wir noch dort verbracht und am 27.12. ging es Richtung.. na ratet mal.. Italien. Große Überraschung. Bei uns führen alle Reisen irgendwie über Italien. Liegt halt auch einfach so günstig. 😉 Jedenfalls haben wir in Acqualagna (in den Marken) Silvester mit Tonis Familie und Fleur/Ingo gefeiert und konnten schon „draußen sitzen“. Yeahhh keine Winter mehr. Wenn auch frierend aber wir saßen draußen mit einem feinen Gläschen Schampus. Von Acqualagna aus ging es (mit einem kleinen Umweg über Pisa) dann Richtung Rom um Tonis Freund Michele zu besuchen und von dort ganz gemütlich mit ein paar Stops nach Finale Ligure – nahe der französischen Grenze. Der kleine Umweg war ziemlich wichtig denn unser niegelnagelneues Luftfahrwerk hatte den Namen Luftfahrwerk nicht mehr verdient weil nämlich auf einer Seite keine Luft mehr drin war. Das hat uns ein wirklich netter und sehr kompetenter Laden bei Pisa gerichtet. Angekommen in Finale Ligure gab’s natürlich erstmal viel Fritto Misto sowie allerlei Süßes mit Pistazien und einen Kofferraum voller Lebensmittel. Denn EINER von uns Beiden hatte Panik, dass es außerhalb von Italien nix gscheit’s zu essen gibt.
Genau dieser Eine hat auch eine kleine Aversion gegen Frankreich. (Italiener mögen die Franzosen irgendwie nicht aber wenn man sie fragt warum, dann gibts nur so wischiwaschi Aussagen). Versteht das jemand? Also ich nicht. Jedenfalls sind wir von Finale Ligure aus auf direktem Weg durch Frankreich durchgebrettert. 🚐💨 um am 14.01.2024 in Spanien einzureisen. Hola España! Wir freuen uns auf dich. So, dass war jetzt viel Text mit wenig Inhalt. Ich verspreche, ab jetzt wird es etwas interessanter. Trotzdem gibts ein paar Bildchen von unseren Tagen in Italien. Here we go:
Man könnte denken, wir haben nur gegessen. 🤔 Stimmt 🤣
14.01.2024 – HOLA ESPAÑA 💃🍷
Wir sind nach Spanien am 14.01.2024 eingereist und haben einfach am Abend den ersten Ort angefahren, der irgendwo am Meer liegt. Da man so viel von Einbrüchen in Spanien hört, haben wir erstmal einen Stellplatz angesteuert. Mit vielen anderen „Rentnern“ 😄 Reih an Glied aber ok. Die erste Nacht in Spanien war laut weil der Platz direkt an einer Straße liegt aber am nächsten Morgen und dem kurzen Weg zum Strand waren wir gleich wieder versöhnt. – Sonne, Meer und warmes Wetter. Yessssss, dass war der Plan. Der Ort heisst Roses und ist ganz nett aber nach einem ausgiebigen Strandspaziergang sind wir direkt wieder ins Auto gehüpft und weiter gen Süden. Unsere Ziel ist ja eigentlich Marokko. Da wir Barcelona vor ein paar Jahren schon mal ausgiebig besuchten, haben wir das links liegen gelassen und sind auf dem Weg Richtung Ebro Delta (da kann man wohl auf dem Strand fahren, also so eine Art Sandkasten für Erwachsene Allrad-Fahrer). in Tarragona zwischengelandet. Wir fahren nicht so gerne abends und kommen auch gerne an einem neuen Ort im Hellen an um uns ein schönes Schlafplätzchen zu suchen. Das haben wir dort auch gefunden. An einem langen Strandabschnitt auf einem relativ verlassenen Parkplatz konnten wir Django abstellen und sind dann… Überraschung … an den Strand gegangen. Wieder ein sehr langer ausgiebiger Strandspaziergang stand auf dem Programm. Tut das gut, sach ich Euch.
Die Nacht war sehr ruhig und am nächsten Morgen war der Spaghetti schon ganz hibbelig und wollte weiter. Wir wissen warum. Next Stop: Ebro Delta – das Schwemmlandgebiet im Bereich der Mündung des Flusses Ebro. Auf den ersten Blick einfach viel plattes Land, auf den zweiten Blick ziemlich cool. Wir sind in den südlichen Teil gefahren und juhuuuu haben die riesige Sandlandzunge (falls es das Wort gibt) gefunden, auf der man im Sand eine ewig lange Piste heizen darf. Rechts und links nur Wasser und Flamingos. Richtig nice. Das haben wir – also einer von uns – dann auch ausgiebig getestet. Unser Django sah nach einer Stunde aus wie Sau aber hat schon richtig gefetzt. Nach lecker Mittagessen und einem langen Strandspaziergang (klingt wie bei alten Leuten hier 🤭) sind wir dann auf den 4 km entfernten Stellplatz zum übernachten gefahren. Auf der Sandlandzunge darf man nicht übernachten da Naturschutzgebiet.
Nach einem Tag Sandeln ging es dann weiter. Unser nächstes Ziel: Valencia – da waren wir noch nicht und das stand auf der To See Liste. Es gibt ehrlich gesagt in den Städten recht wenige Stell- und Campingplätze und wir wollten das Auto auch nicht irgendwo hin parken. Man weiss ja nie. Also sind wir den einzigen Stellplatz in (eher an) Valencia angefahren und siehe da: voll. Puhhh also zu dieser Jahreszeit ist Spanien und besonders Andalusien richtig gut gefüllt. Viele deutsche (Rentner), viele Franzosen, noch mehr Holländer und echt viele Engländer überwintern in Spanien wegen des tollen Klimas. Kann ich gut verstehen. Na jedenfalls musste ein Platz her und da vor dem Stellplatz auf der Straße schon ein paar Camper standen, haben wir uns kurzerhand dazugestellt. Kralle ans Auto und ab in die City. Boahh Valencia ist richtig schön. Wir sind ja große Barcelona-Fans aber Valencia hat auch richtig viel zu bieten. Tolle Gebäude, Kirchen, kleine Plätze mit Tapas Bars, süße Stadtteile mit kleinen Lädchen. Richtig nett hier. Wir haben den ganzen Tag mit Bummeln durch die Stadt verbracht und sind dann zum Ausruhen in einer netten Tapas Bar gelandet 😜. „Dos Copas de Vino tinto y tapas por favor“ – der wichtigste Überlebenssatz in Spanien.
Nach Stadt kommt… na was wohl. Es ist mal wieder Zeit für einen Strandspaziergang. Den haben wir dann auch gemacht – eine halbe Stunde südlich von Valencia in einem kleinen Ferienort. Dort haben wir über die App „Park4night“ einen Parkplatz gefunden, auf dem wir die Nacht verbringen konnten. Die Campingplätze an der Küste sind um dieses Jahreszeit – wie schon erwähnt – eh bumsvoll und wir sind gerne irgendwo in der Wallapampa. Nicht immer aber die sehr arg geordneten Parzellen-Campingplätze sind nicht so unser Ding. Da baut der eine oder andere Camper schon mal seinen Vorgarten mit Rollrasen und Gartenzwergen auf. 🤡 Die Campingplätze sind voll aber die Ferienorte mit Hotels und Ferienwohnungen sind um die Jahreszeit relativ leer und da findet man in der Off-Saison tolle Plätze zum Übernachten. Auf unserm Weg nach Marokko haben wir uns in Spanien ein paar Highlights rausgesucht, die wir gerne anschauen und besichtigen wollen. Darunter Granada mit der Alhambra, die Gorafe- sowie die Tabernas Wüste. Als nächstes sollte es genau dahin gehen – also ins Landesinnere und weg vom Meer 😧. Aber vorher wollen wir uns noch Alicante anschauen – soll wohl auch ganz schön sein. Also auf nach Alicante. Einen Parkplatz in der Stadt findet man in Hafennähe am Busbahnhof. Sehr praktisch um die Stadt zu besichtigen und bewacht. Und wie das bei uns gegen Mittag (spanisches Mittag wohlgemerkt – also 14 Uhr) so ist, schleicht sich ein Hunger ein der sich bei dem einen oder anderen schnell auf die Laune schlägt. Nach einem Rundgang durch die Altstadt (die wirklich überraschend hübsch ist) und vielen Restaurants sind wir überfordert in einem italienischen Pizzaladen gelandet. Die Pizza dort gehört zu den 50 besten in Europa (wir kennen ja schon Franko’s Pizza in Zagreb und Mr. Pizza aka Bruno in Dortmund). Und wer hätte es gedacht, auch die Spanier (es waren natürlich Neapolitaner) können hervorragende Pizza. Lecker! Mit vollem Bauch haben wir uns dann den Rest der Stadt angeschaut – wusste ja keiner dass man dazu eine Wanderung mit 200 Höhenmetern machen muss. Alicante hat ein wunderschönes kleines Stadtviertel namens El Barrio und durch das schlendert (hiked) man wenn man die Burg besucht. Also Alicante hat uns wirklich gut gefallen, vor allem haben wir nichts erwartet und wurden sehr positiv überrascht.
Also bisher finden wir Spanien richtig schön. Tolle Strände, schöne Städte, gutes Essen und mega Klima. We like! Aber eigentlich waren wir auf dem Weg nach Granada und da gehts jetzt auch hin.
Da wir uns Murcia und Cartagena auch schon vor ein paar Jahren angeschaut haben, sind wir nach Alicante scharf rechts ins Hinterland abgebogen und da war erstmal nichts. Außer Palmenpflanzen. Viele Palmenpflanzen. Das sind dann die, die zum Beispiel in der Pfalz am Pool stehen. 😅 Die werden da scheinbar gezüchtet. Und nach den Palmenpflanzenplantagen sieht man dann Berge und kahles Land. Aber wunderschön. Bis Granada schaffen wir es nicht im Hellen also suchen wir uns einen Schlafplatz unterwegs. Bei Baza sind wir fündig geworden und hatten eine ruhige Nacht auf einem großen Parkplatz mit ein paar anderen Campern. Und da wir zufällig bei Baza gelandet sind, haben wir uns auch gleich mal die Höhenwohnungen angesehen. Ganz viele Menschen leben in Wohnungen die in Höhlen gebaut wurden. Das ist im Sommer natürlich schön kühl und schaut auch cool aus. Vor allem in Orten in denen alle weiß angestrichen werden. Richtig cool. In Guadix gibt es 2000 von solchen Wohnungen. Also aus Versehen was richtig cooles entdeckt.
Dann ging es weiter nach Granada. Durch eine etwas schlechte Planung meinerseits sind wir auf dem Weg nach Granada an der Gorafe Wüste vorbei gefahren. Da müssen wir dann wieder zurück. Aber ich hatte die Karten für die Alhambra schon gebucht und ich hatte die Gorafe irgendwie irgendwoanders verortet 🤯. Kann ja mal passieren bei den vielen Terminen und Todos 😂. In Granada gibt es mal wieder kaum Stellplätze. Entweder man schläft auf dem Parkplatz der Alhambra für schlappe ca 50€ am Tag oder man nimmt den Stellplatz etwas außerhalb der Stadt. Mit einem Schwaben an Bord fällt die Entscheidung sehr leicht. Wir nehmen den günstigen außerhalb weil für das übrige Geld können wir Essen gehen. Recht hat er. Und das haben wir dann auch gleich gemacht denn direkt neben dem Stellplatz ist ein Restaurant in dem wir den letzten freien Platz gefunden haben. Alles Spanier die am Wochenende mit der Familie essen. Mega lecker. Unsere Bestellung mit „dos coppas de vino tinto“ hat nicht geklappt denn der Kellner hat uns eine botella de vino tinto hingestellt. Vale! 🍾🤷♀️ 🤷♂️ Dass mit der Stadt hat sich für heute dann auch erledigt. Dann halt morgen. Wir haben ja Zeit.
Am nächsten Morgen sind wir dann nach Granada aufgebrochen. Eigentlich fährt ein Bus aber man kann die 5 km auch laufen. Gibt überall Gehwege (das ist zum Beispiel in Italien nicht üblich da dort keiner geht 😄). Granada ist der absolute Hammer. Die Stadt hat so viele tolle kleine Gassen, Cafés, Restaurants, Kirchen so dass man einfach nur den ganzen Tag schlendern und staunen kann. Und über der Stadt thront die Alhambra. Die wir uns erst morgen anschauen. Dafür haben wir besagte Tickets schon online vorgebucht. Nach einem sightseeing Tag sind wir den ganzen langen Weg wieder zu Django gedackelt und haben felsenfest geschlafen. Am nächsten Tag ging’s den gleichen Weg wieder in die City nur das wir diesmal eine kleine Gasse abgebogen und dann den schönen steinigen Weg zur Alhambra aufgestiegen sind. WAHNSINN. Das hat sich wirklich gelohnt. Die Alhambra – seit 1984 Weltkulturerbe – gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst. Und was uns echt überrascht hat: die Alhambra ist eine der meist besuchten Touristenattraktionen Europas. Wir haben 5 Stunden hier verbracht – davon bestimmt eine im Nasridpalast. Mit viel Hunger sind wir dann in angeblich die beste Tapasbar Granadas gestolpert und haben uns erst einmal gestärkt. Ins Gespräch sind wir gleich mit unserem Tischnachbarn Mauro gekommen – einem Italiener 😂 Am nächsten Tag haben wir dann noch den wunderschönen maurischen Stadtteil Albaicin besucht. Mit seinen süßen weißen Gebäuden und kleinen Gassen hoch auf dem Hügel über der Stadt wird man ganz verzaubert. Nach drei Tagen haben wir uns von Granada losgerissen. Es war absolut großartig hier.
Jetzt gehts endlich in die Gorafe Wüste. Eine Steinwüste im Hinerland von Granada. Wir haben den Tipp von Karin und Stefan bekommen, mit denen wir letztes Jahr in Kroatien einen super schönen Abend hatten. Liebe Grüße an der Stelle. 🙋♀️🙋🏻♂️ Nach ein bisschen Recherche war schnell klar das wir da nicht nur chillen und wandern sondern auch Toni und Django kommen voll auf ihre Kosten. Denn es gibt einen 24 km langen Offroad-Track. 😳😳😳 Schon die Fahrt zur Gorafe ist einfach nur wunderschön. Bevor man ins Tal in in den Ort fährt, biegt man an einem Parkplatz leicht rechts oder besser gesagt einfach geradeaus auf den Schotter ab. Dann ist man oben auf dem Plateau und fährt am Rim (also den Klippen) weiter. Die Gorafe ist an der Stelle wie ein Canyon in vielen schönen Erdfarben. Man kann den Weg bis ganz nach hinten düsen und am kompletten Weg stehen bleiben und schlafen. Das ist erlaubt. Ganz am Ende stehen natürlich die meisten weil von dort die Aussicht grandios ist (hier beginnt auch der offroad-track) aber weiter vorne ist es einfach ruhiger und man ist alleine. Wir haben uns einen tollen Platz gesucht und waren einfach nur happy. Outdoor Küche ausgeklappt, Weinchen und chillen.
Am darauffolgenden Tag sind wir dann den offroad Track erstmal mit dem Bike gefahren. Das hat richtig Spaß gemacht aber mit dem Camper. Puhhhh das wird ja was morgen. Da hab ich ja jetzt schon die Hose voll. Aber wir wollen ja raus aus unserer Komfortzone und so haben wir am nächsten Tag alles festgezurrt und ab geht die wilde Fahrt. Und die ist sowas von wild. Zuerst ging es relativ harmlos auf schmalen Schotterwegen los, dann kamen die ausgewaschenen Wege mit sehr tiefen Spurrillen und großen Löchern, dann ging es den Berg ins Tal runter auf krass schmalen Schotterwegen mit vielen engen Kurven. Das war heftig. Unten angekommen führen dann schmale Sandwege durchs Tal bis dann… man denkt es sich schon – ein echt heftiger Anstieg mit Spurrillen, riesigen Löchern und natürlich engen Kurven folgt. Erstmal ablaufen und gucken wie man da überhaupt auf 4 Rädern hochkommt. Also meiner bescheidenen Meinung nach geht das eigentlich nicht wirklich aber bestückt mit unseren Funkgeräten habe ich Toni und Django hoch gelotst. Yeahhhh wir haben es geschafft. Alles was dann noch kommt, ist machbar. Trotzdem freuten wir uns nach 4 Stunden Fahrt auf festen Boden unter den Schlappen und auf unser chilliges Plätzchen. Erstmal Außendusche (ist ja kein anderer da 🤭) dann Pasta 🍝 und alles Revue passieren lassen. Wir sind sehr stolz das wir den Mut hatten es durchzuziehen. Es ist immer einfacher Ausreden zu finden, warum etwas nicht geht aber Herr Dispenza würde sagen „when it’s the hardest matters the most“. Recht hat er. Jetzt fühlen wir uns auch für Marokko gewappnet. Aber weil es so schön hier ist, bleiben wir einfach noch einen Tag.
Irgendwann geht im Camper das Wasser leer und die Essensvorräte schrumpfen, so auch jetzt. Schweren Herzens reißen wir uns von diesem magischen Ort los und ziehen weiter. Gibt ja zum Glück noch eine weitere Wüste. Also ab in die Tabernas. Ca. eine Stunde später sind wir schon da. Ach wie lieben es einfach hier. Man kann inner halb von 1-2 Stunden wirklich alles haben – schönste Strände, Berge, Wüsten, atemberaubende Städte und alles bei herrlichem Klima 😍😍😍
Die Tabernas Wüste ist dafür bekannt, dass im Grunde alle namhaften Western hier gedreht wurden und so findet sich auch in jedem kleinen Ort ein Saloon oder irgendetwas Western-Ähnliches. Auch hier darf man überall offraod fahren. Jetzt sind wir ja etwas mutiger und erfahrener also ab von der Straße ins Gelände. Auch das ist hier ziemlich cool. Man fährt durch holprige Wege hinunter in leere Flußbetten und kann darin ewig weit heizen. Das fetzt! Allerdings sind wir uns zum Glück einig, dass wir das ab und zu mal gerne machen aber immer nur den lieben langen Tag Auto fahren ist einfach nicht unser Ding. Auf der Suche nach einem Schlafplatz haben wir dann gelernt, dass man in der Wüste selbst nicht schlafen darf da Naturschutzgebiet. Hat uns die lokale Polizei lieb ermahnt als wir schon dachten den perfekten Platz gefunden haben. Ok, verstehen wir natürlich. Also ab auf einen der kleinen Western- Stellplätze – unserer heißt „Route 66“. Na klar. 😜 Den Tag haben wir ausklingen lassen und am darauffolgenden Tag ging es mit den Bikes durch die Wüste. 28 km durch Solarfelder ins Hinterland, bergauf und kleine Trails bergab. Hat richtig Spaß gemacht. Nur die Hunde, die in manchen Grundstücken wohnen machen einem manchmal etwas Angst. Sind zwar immer hinter einem Zaun aber der eine oder andere würde einen sofort killen wenn er freigelassen wird. 😳😳 Am Stellplatz angekommen und wie es der Zufall so will ist im Restaurant am Platz Live Musik und BBQ. Alles richtig gemacht. ✌️ Also geduscht und ab zur Western-Party. Das scheint hier in der Gegend Gang und Gebe zu sein denn es kommen viele Einheimische in typischen Outfits – also Westernstiefeln, so Gürtel und natürlich die passenden Autos. Echt cool. Am nächsten Tag verlassen wir die Tabernas Wüste und tuckern gemütlich zum Nationalpark Cabo de Gata. Der Nationalpark ist bekannt für seine schroffen Felsen und den wunderschönen Stränden. Der Weg dorthin ist allerdings alles andere als schön denn man fährt kilometerlang durch Plastik City. Hier in der Gegend wird das gesamte Obst und Gemüse für Europa in Gewächshäusern angebaut. Sieht leider gar nicht schön aus und braucht sicherlich auch viel mehr Wasser als das Land eigentlich zu bieten hat. Aber gut, so ist das halt.
In Cabo de Gata sind wir dann auch ein wenig geschockt, denn auf den Parkplätzen stehen bestimmt 100 Camper rum. Eng aneinander. Nach unserer Gorafe Wüste sind wir dahingehend etwas verwöhnt. Wir parken dazwischen und entdecken ein richtig cooles Beachrestaurant. Wir sind eh hungrig und haben richtig Glück denn der Fisch kommt frisch aus dem Meer und schmeckt fantastisch. Der Wein auch – kommt natürlich nicht direkt aus dem Meer. 😂
So richtig gefällt es uns hier nicht (wir hätten auf die andere Seite fahren sollen) also düsen wir weiter nach Nerja. Stand nicht auf unserem Plan aber nach Málaga ist es noch bissl weit und wir hatten uns dort einen Campingplatz für einen Tag später gebucht weil alles voll und und man den verbuchen muss. Nerja ist eine richtig hübsche weiße Stadt. Von denen – also den weißen Städten – gibt es in Andalusien viele. Man kann stundenlang an der Promenade und am Strand spazieren gehen und auch Tapas Bars und Restaurants hat’s jede Menge. Was uns auffällt: hier sind richtig viele Engländer. Die scheinen hier vermehrt zu überwintern. Wir hatten eine ruhige Nacht auf dem großen Stadtparkplatz des Ortes nahe am Meer und sind dann am nächsten Tag morgens weiter nach Málaga. Endlich. Wir waren vor ein paar Jahren schon mal hier aber hatten Shit Wetter. Wir freuen uns schon richtig auf die Stadt.
Als erstes gehts zu einem Bike Shop da mein Bike einen Platten hat. Angekommen bei Bike Philosophie werden erstmal unsere Bikes bestaunt und dann beschlossen, dass beide Bikes eigentlich mal eine Revision brauchen. Die Preise sind günstig und der Laden sehr professionell also lassen wir kurzerhand die Bikes dort und können sie am nächsten Tag gegen Abend abholen. Unser Campingplatz liegt weit oben über der Stadt. Wir parken Django nahe am Abhang (die Parkplätze sind alle so schräg, dass man fast das Gefühl hat runter zu purzeln). Am nächsten Tag treten wir die einstündige Wanderung runter in die Stadt an. Auf dem Programm steht die Besichtigung der Burg (hab ich unterwegs beschlossen ganz zum Entsetzen meines Ehegatten) und sonst eigentlich nur Schlendern. Nach der Burg tauchen wir in die kleinen Gassen Málagas ein und sind ganz beseelt. Wir mögen diese Stadt. Tapas gab es dann in der Casa Lola – sehr zu empfehlen. Hat’s gleich mal auf die „Taste of Europe“ Liste geschafft. Und wieder hatten wir sehr nette Tischnachbarn. Wieder Italiener. 🤣 Gestärkt sind wir dann ans andere Ende der Stadt gelaufen um unsere Bikes abzuholen mit denen wir dann die 8 km heim fahren wollten (4 davon mit krasser Steigung). Gesagt getan. Mit unseren frisch gemachten Bikes ging’s zurück zu Django auf den Campingplatz.
Eigentlich wollten wir länger bleiben aber der Campingplatz war echt schräg und das ist zum schlafen und kochen nicht so dolle. Ein paar Kilometer südlich von Málaga gehts ins Bikerparadies schlechthin. Dort hat’s super viele Trails, dazu lange Strönde und auch Leben. Klingt nach uns. Also ab nach Torremolinos. Auf dem Ortsparkplatz finden wir ein Plätzchen mit einigen anderen Campern. Das ist da erlaubt. Zumindest jetzt in der Nebensaison. Wie das im Sommer hier gehandhabt wird, wissen wir nicht. Gleich mal zu Fuß die Gegend erkundet und für sehr wenig Geld richtig richtig frisches und gutes Obst und Gemüse gekauft. Happy me.
Am darauffolgenden Tag wollten wir zu den Trails. Also losgestrampelt um nach vielen vielen Kilometern zu merken, dass das so nicht klappt. Wir müssen um den riesigen Berg herum fahren. Mist, dass schaffen wir heute nicht mehr. Und wer uns kennt, weiß wo die Laune bei dem einen ist – richtig, im Keller. Ich duck mich mal weg. Tschau Kakao. 🙋♀️
Mit essen wird immer alles besser. Also was gegessen und nochmal losgestampelt. Aber nur in den Nachbarort – der noch viel viel cooler ist- denn da gibt es eine Gondel und da muss es doch auch einen Weg nach oben geben. Zefix. Naja, wir haben keinen Weg gefunden aber die Gondel hat gerade Revision und ist für 2 Monate außer Betrieb. Ufff. Die transportiert einen nämlich direkt ins Bälleparadies. Zuhause angekommen mit Poschmerzen vom Biken haben wir beschlossen am nächsten Tag erstmal wieder ins Hinterland zu düsen. Da gibt es den berühmten Caminito der Rey. Da will ich hin.
Angekommen am Caminito den Rey muss man sich gleich mal einen Schlafplatz suchen. Gut, dass es abends war denn da findet man schöne Schlafplätze in der Nähe des Eingangs. Eigentlich muss man den Weg vorbuchen, denn es dürfen natürlich nicht unendlich viele Menschen gleichzeitig auf den schwindligen an die Felsen getakterten Weg. Das haben wir natürlich nicht gemacht. Es gibt bestimmt auch Tickets an der Kasse. Man braucht ein wenig Vertrauen, dass das Universum schon alles richtig macht. Vor Ort gibts es ein wenig Konfusion wo es die Tickets gibt. Ich hab Toni morgens 8 Uhr erstmal mit dem Bike den Berg runter an den falschen Schalter geschickt. Upsi 🤭 Tschuldigung. Dafür bin ich dann die zwei Kilometer zum andren Ticketschalter gelaufen – morgens halb 9. Ich hatte die WhatsApp von Karin zu spät gelesen. Sie hatte mir das auch geschrieben. Na egal. Macht man ja gerne mal – morgens ohne Kaffee. Lange Rede wenig Sinn. Ich hatte zwei Tickets in der Tasche und hab dann bei meiner Ankunft am Bus gleich einen leckeren Kaffee bekommen. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging’s los. Der Caminito des Rey galt eins als gefährlichster Wanderweg der Welt bin er 2015 gesichert wurde. Davor sind einige Menschen ums Leben gekommen und ohne die Absicherung hätte ich meinen Spaghetti da auch nie hinbekommen. Die Strecke ist 5 Kilometer lang und führt meist direkt in schwindeleregender Höhe an Felsen entlang. Den Höhepunkt bildet eine schwingende Brücke mit ein paar Drahtseilen rechts und links. Da muss man wirklich schwindelfrei sein. Die eine hat den Weg sehr genossen, der andere war froh als es vorbei war. Aber auch hier. Wir haben es gemacht auch wenn es manchmal etwas Überwindung kostet. Es ist ein absolutes Highlight und sehr cooles Erlebnis. Vom Caminito des Rey sind wir dann landeinwärts Richtung Antequera gefahren und haben einen perfekten Freistehplatz gefunden. Mitten im Nirgendwo mit Blick auf den See und auf einen Nationalpark. Wunderschön. Dort haben wir eine der ruhigsten Nächte ever verbracht. Der dazugehörige in 15 km Entfernung gelegene Ort Antequera stand gar nicht auf unserer Liste aber ich hatte ein tolles Lokal entdeckt und wir mussten unser Wasser auffüllen, WC Entsorgen und so Sachen machen. Und wir waren. – na was wohl. – hungrig. Also Stellplatz gesucht – gibt es in der Stadt für Camper kostenlos inkl. Wasser – und ab ins Städtchen. Und schon wieder so eine tolle Stadt. Das Restaurant hat alles gehalten was es versprochen hat und obendrauf den besten Kösekuchen den ich je gegessen habe. Der Ort an sich ist auch sehr sehenswert mit einer riesigen schönen maurischen Kirche. Etwas außerhalb haben wir dann wieder eine ruhige Nacht verbracht.
Auf meiner Liste steht noch der Nationalpark El Torcal – den steuern wir direkt morgens an. Ca. 14 Kilometer von Antequera finden wir einen super Parkplatz für unseren Django – erstmal Kaffee und Frühstück, Wandersachen an und losmarschiert. Mit seinen außergewöhnlichen Karstformationen gehört der Park zu den beeindruckendsten Landschaften Spaniens – so Google. Na gucken wir uns das mal persönlich an. Und Google hat Recht. Der Park mit seinen Felsen sieht echt abgefahren aus. Man kann eine 2 Stündige Wanderung ab Visitors Canter machen. So die Schilder. Bis zum Visitors Center brauchen wir 30 Minuten. Die zweistündige Wanderung hat sich als einstündiger richtig richtig cooler Trail herausgestellt. Mit bissl kraxeln und weichem Boden und wieder Steine. Ganz mein Geschmack. Nach knapp 2 Stunden sind wir wieder an unserem Django. Duschen und ab nach zurück Torremolinos. Die Bike Trails wollen wir nochmal in Angriff nehmen. Und außerdem mögen wir es da. Sehr.
Zurück in Torremolinos – fühlt sich schon fast wie zuhause an, man kennt die Camper-Nachbarn auf dem Parkplatz, weiß wo es zum Strand geht, wo die Sonne auf- und untergeht, wo es das beste Obst und Gemüse gibt und braucht schon kein Navi mehr. Außerdem gibt es hier eine coole Lavanderia direkt mit Parkplatz. Happy place. Am nächsten Morgen haben wir dann beschlossen, dass ich Toni in den Nachbarort fahre und er dann die Trails alleine fährt. Sonst hätte das logistisch nicht so geklappt. Und das ist auch mal ganz gut wenn jeder seins macht. „4 Stunden, 7 Tage die Woche zusammen klappt bei uns zwar erstaunlich gut aber ab und zu mal geht man sich auch auf den Zeiger und dann wirken 2 Stündchen Wunder. Also Toni auf den Trails, ich am Strand. So ein schöner Tag. Am Abend waren wir dann bei Nachbar Mike zum bowlen eingeladen, in seinem Anhänger. What? Natürlich Bowling auf der Xbox. Mike ist echt ne Type. Wohnt in seinem 9 Meter langen Phönix mit zwei zuckersüßen Hunden und hat in seinem Anhänger alles was das Elektroherz Hörer schlagen lässt – E-Smart, E-Moped, E-Bike, Xbox und was weiss ich noch alles. Ich hatte ein Online-Seminar aber Toni und Mike hatten einen richtig lustigen Abend. Toller Kerl, der Mike. Hier seine Website, falls ihr euch mal selbst ein Bild machen wollt. www.mikes-weltreise.de. Man errät auch sehr schnell Mikes Lieblingsfarbe. ❤️
Wir hatten langsam ein bisschen das Gefühl, dass wir uns hier an der Costa del Sol hängen bleiben aber Marokko ruft und so sind wir schweren Herzens am nächsten Morgen weiter gen Süden aufgebrochen. In Marbella war ich mal kurz beim Doc – Routinesache und außerdem wollte ich das auch mal testen. Sehr neue und hochmoderne Klinik mit vielen verschiedenen Ärzten – genannt German Clinic. Also man wird im Ausland – zumindest in Spanien – gut versorgt. Danach haben wir uns noch das wunderschöne aber eher luxuriöse Städtchen angeschaut. Es gibt mehr Rolex-Läden als Schuhgeschäfte und auch sehr chice Restaurants. Eine wirklich hübsche Stadt. Aber wir hatten ja noch ein Ziel bevor wir den Kontinent wechseln – Ronda. Ronda liegt ca. 45 km im Hinterland von Marbella. Ronda liegt oberhalb einer tiefen Schlucht (El Tajo) und diese teilt die Neustadt, die ungefähr aus dem 15. Jahrhundert stammt, von der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaf. Eine sehr sehr sehenswerte Stadt. Auch hier lässt es sich prima bummeln, die Kirchen und Plätze bestaunen und tolles Essen genießen. Leider hat es gegen 5 angefangen zu regnen und wir haben uns in eine – na was wohl – Tapsbar gerettet und ein paar Tapas sowie unsere erste Paella vertilgt. Herrlich. Plus „dos coppas de vino tinto“. 🍷 Leider hat es nicht mehr aufgehört zu regnen und die Nacht war richtig unheimlich. Dauerregen mit heftigsten Windböen. Wir dachten fast, dass Django umkippt. Geschlafen haben wir dementsprechend wenig und der nächste Tag versprach das Gleiche. Deshalb sind wir wieder Richtung Küste. Jetzt ist es soweit. Wir wollten nach Marokko übersetzten. Kurz vor Algeciras entdeckten wir auch gleich einen Ticketschalter für die Fähre – morgen (also 10.02.2024) gäbe es noch Plätze. Vale! Machen wir. Zack bum, gebucht. Uahhhh jetzt heisst es nochmal Wasser auffüllen, entsorgen, Lebensmittel einkaufen, schlafen und am nächsten morgen ab zur Fähre. Yipppiiiiiiiii. Also nächster Text kommt dann aus Afrika. 🤗